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Digitales Berufsleben : Einarbeiten auf Abstand

In Zeiten von Corona findet die Videokonferenz nur noch übers Internet statt. Bild: Vektor Illustrat

Trotz Corona beginnen viele Menschen neue Jobs. Einige von ihnen haben ihre Chefs und Kollegen noch nie persönlich getroffen. Ein Bericht über unbekannte Herausforderungen und Videokonferenzen im Ritterkostüm.

          7 Min.

          Massimo Monteleone ist IT-Kundenberater und hat seit vier Monaten eine neue Stelle. Das Besondere dabei: „Ich habe meine Kolleginnen und Kollegen noch nie getroffen“, berichtet er. Jedenfalls nicht live von Angesicht zu Angesicht, sondern nur virtuell per Videokonferenz. Seine Teamleiterin beim neuen Arbeitgeber, dem Antivirus-Softwarespezialisten Avira, kennt der 28 Jahre alte Kundenberater immerhin noch persönlich aus dem Vorstellungsgespräch, das vor der Corona-Krise stattgefunden hat. Doch wegen der Pandemie startete Monteleones neuer Job von Tag eins an im Homeoffice. Nach Aussage seiner Chefin Ioana Ivan soll das vorerst auch so bleiben. „Wir planen derzeit eine Rückkehr in die Büros im Oktober“, sagt sie. Seit dem 1. Juli könne aber jeder selbst entscheiden, ob er seinen Schreibtisch im Büro auch schon früher – möglicherweise sporadisch – nutzen möchte.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Für Massimo Monteleone war die Einarbeitung aus der Ferne eine Herausforderung. Nicht so sehr das Lernen der Inhalte, sondern eher die soziale Komponente. „Ich hatte zwei Wochen lang eine Mentorin, also eine Kollegin, die sich intensiv darum gekümmert hat, mir virtuell alles zu erklären“, sagt er. Dasselbe wie live war es aber nicht. „Ich bin ein Mensch, der viel Wert darauf legt, dass die Kollegen nett sind, dass man sich auch mal über private Dinge unterhält oder nach der Arbeit trifft“, sagt er. „Und ich finde meine neuen Kollegen auch alle sehr sympathisch. Aber ich würde sie wirklich gern mal sehen, ohne dass ein Bildschirm dazwischen ist. Ich würde sehr gerne einfach mal in mein neues Büro gehen.“

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