https://www.faz.net/-gyl-aayle
Bildbeschreibung einblenden

Arroganz am Arbeitsplatz : Kann mir mal jemand das Wasser reichen?

Arroganz-Darsteller sind dem Hahn im Korb nicht unähnlich. Bild: Picture-Alliance

Überhebliches Verhalten nervt im Berufsleben, sei es vom Chef oder vom Kollegen. Mit Humor und Wissen lässt sich jedoch meist gut kontern. Denn was arrogant rüberkommt, ist nicht immer so gemeint.

          7 Min.

          Auf der Münchener Baustelle ging es dem jungen Mann nicht schnell genug voran: Er glaubte, mit mehr Arbeitern würde es effizienter laufen. Das monierte er, mehrfach und dominant gegenüber der Bauunternehmerin: „Das kann doch wohl nicht so schwer sein, das muss doch irgendwie gehen!“ Was aber geht oder nicht, das bestimmt Laura Lammel, eine klare, verbindliche Bauingenieurin, die geschäftsführende Gesellschafterin des Bauunternehmens ist und dem forschen Praktikanten klarmachte, wer das Sagen und den Überblick hat. Wissend, aber keineswegs verteidigend, erwiderte sie: „Der Arbeitsraum ist zu klein für weitere Arbeiter, wenn sich die Männer nicht auf den Füßen stehen sollen.“

          Ursula Kals
          (uka), Beruf & Chance, Wirtschaft

          Dem Mann fehlte es an praktischer Erfahrung, das überspielte er mit arroganten Floskeln. Lammel, die eine spezialisierte Stahlbetonbaufirma leitet, an der TU München studiert und ihre Diplomarbeit in Stanford geschrieben hat, ist klug genug, sich „nicht auf diese Ebene“ zu begeben. „Das ist wichtig, andernfalls entsteht ein Pingpong-Spiel“, sagt die 48-Jährige. Den Umgang mit Überheblichkeit in der harten, männerdominierten Branche hat sie oft geübt. „Arroganz begegnet mir seit 30 Jahren jeden Tag.“ Sie war als junge Frau in Betonierstiefeln vor Ort, packt mit an und kennt sich aus. „Da macht mir keiner was vor, aber manche probieren es immer wieder“, sagt die Münchnerin. Sie versucht mit profundem Wissen zu kontern.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Protektionismus der 1930er : „Ein bösartiges Produkt von Dummheit und Gier“

          Trumps Handelspolitik weckt Erinnerungen an die Weltwirtschaftskrise und den Protektionismus der dreißiger Jahre. Damals löste Herbert Hoover mit einem höchst umstrittenen Zollgesetz fatale Gegenreaktionen aus. Heute jedoch ist unser Wohlstand nicht von Amerika bedroht. Ein Gastbeitrag.
          Eine Erinnerung an unbeschwerte Zeiten

          Corona-Pandemie : Jetzt sind die Jungen dran

          Mehr als ein Jahr lang haben junge Leute auf vieles verzichtet, um die Alten vor Corona zu schützen. Das Land schuldet ihnen nun etwas.
          Bezahlbare Elektroautos: Sinkende Materialkosten und die zunehmende Nachfrage erklären die fallenden Preise. (Symbolbild)

          Neue Schätzungen : Elektroautos werden günstiger

          Vor allem der Preis ist eine große Hürde beim Kauf eines Elektroautos. Neue Berechnungen zeigen aber, dass der Aufschlag gegenüber Verbrennern in wenigen Jahren verschwinden könnte.