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Bewerbungsgespräche und KI : Wer ist der Beste im ganzen Land?

Hat das klassische Vorstellungsgespräch bald ausgedient? Bild: Picture-Alliance

Lange haben Chefs Bewerber nach Bauchgefühl ausgewählt – oft solche, die ihnen ziemlich ähnlich waren. Jetzt soll Künstliche Intelligenz helfen. Wird’s nun richtig unfair?

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          Was machen Personalmanager bei der Bewerberauswahl falsch? „Falsch – das Wort finde ich übertrieben. Aber der Prozess lässt sich vielfach professioneller bestreiten“, sagt Ina Fliegen. Die promovierte Psychologin aus Berlin hat sich auf Personalauswahl spezialisiert und warnt davor, sie zu emotional zu betreiben. Zu oft laufe das so ab: Den Parcourslauf durchs Assessment-Center hat eine Handvoll der Bewerber vielversprechend gemeistert, nun folgen Einzelgespräche und diffuse Fragerunden. Hinterher wird nach persönlichem Eindruck und Bauchgefühl entschieden. „Vielleicht hat der Bewerber auf dem Weg zur Konferenz etwas Komisches gesagt, oder ich finde seine Krawatte doof. Von solchen Eindrücken sollte man sich nicht leiten lassen. Der Bauch soll dabei sein, vor allem aber der Kopf.“

          Ursula Kals

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das ist keineswegs immer so: Zwar glauben wir oft, objektiv zu sein. Wir sind es aber nicht. „Cognitive Biases, also Voreingenommenheiten, mischen sich kräftig in unsere Entscheidungen ein“, warnt Fliegen. Gemeint sind systematische Wahrnehmungsverzerrungen, ein Sammelbegriff der Psychologie für fehlerhafte Schnellurteile, die meist unbewusst ablaufen. Davon können sich auch Führungskräfte kaum frei machen. So stellen gerade Spitzenmanager am liebsten Bewerber ein, die ihnen selbst ähneln, obwohl sie sonst gerne von „Diversity“ reden. Doch Ähnlichkeit schafft Sympathie. Diese Erfahrung hat jeder schon gemacht: Da sind beide evangelisch sozialisiert oder haben ein Highschool-Jahr in Texas verbracht. Ein ähnlicher Werdegang, eine ähnliche familiäre Herkunft und oft auch ein ähnlicher Charakter schaffen Anknüpfungspunkte und unterbewusst Nähe. Am liebsten würden sich viele Spitzenmanager selbst klonen, lästern manche.

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