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Leistungssportler : Nach der Karriere ist vor der Karriere

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Raus aus der Kabine: Ohne eine Zweitkarriere kommen viele Spitzensportler nicht über die Runden. Bild: SZ Photo

Während Bundesligaspieler Hunderttausende Euro einstreichen, können die meisten Leistungssportler vom Sport allein nicht leben. Sie müssen sich schon in ihrer aktiven Zeit um eine Zweitkarriere bemühen. Wie das gelingt und wer hilft.

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          Marc Zwiebler taxiert seinen Gegner, den Schweden Henri Hurskainen. Es ist das Finale der Badminton-Europameisterschaft 2012, die Konkurrenten schenken sich nichts. In einem packenden Entscheidungskampf mit Möglichkeiten auf beiden Seiten macht Zwiebler mit einem Hechtsprung den letzten Punkt. Grade wieder auf die Beine gekommen, reißt er die Arme hoch. Er hat es geschafft: Er ist Europameister.

          Leistungssportler wollen die Besten sein. Sie trainieren hart für Wettkämpfe nationaler und internationaler Verbände. Finanziell stehen sie dabei oft nicht gerade an der Spitze: Für den Europameistertitel bekam Zwiebler nicht einmal ein Preisgeld – und auch für viele andere deutsche Sportler ist ihre Karriere im Sport alles andere als lukrativ. Das bestätigen Zahlen des Bundesinstituts für Sportwissenschaft: Die Bonner Behörde hat im Jahr 2018 die Lebensumstände von rund 1000 deutschen Athleten untersucht, die von der Deutschen Sporthilfe gefördert werden. Die Befragten verdienen im Mittel nur rund 19.000 Euro brutto – im Jahr. Dabei kommen sie auf weit mehr als eine 40-Stunden-Woche: 32 Stunden widmen sie ihrem Sport, weitere 24 Stunden für Berufstätigkeit, Arbeit, Ausbildung oder Lernen. Auf die Stunde heruntergerechnet, verdienen Leistungssportler in Deutschland so im Schnitt 7,48 Euro – also weit unter Mindestlohn. Im Vergleich zu anderen 18- bis 30-Jährigen verzichten Leistungssportler in diesen zwölf Jahren Profikarriere auf etwa 58.000 Euro Arbeitseinkommen.

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