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Führen aus der Ferne : Das Leid der Chefs

Durch die Corona-Krise ist das Dasein als Chef nicht leichter geworden. Bild: Serge Bloch

Die Corona-Zeit ist nicht nur anstrengend für Mitarbeiter. Auch Chefs haben zu kämpfen. Charismatisch führen, durchregieren, kontrollieren – vieles geht gerade nicht.

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          Der Tag, an dem Christian Oertzen bis auf wenige Ausnahmen alle Mitarbeiter ins Homeoffice schickte, war eigentlich gut vorbereitet: Der Corona-Notfallplan lag in der Schublade, die technischen Voraussetzungen, um die Mitarbeiter arbeitsfähig zu halten, waren geschaffen, die Arbeitsabläufe zum Teil schon eingeübt, weil auch vor Corona manche Mitarbeiter mobil arbeiteten. „Als global agierendes Unternehmen haben wir die Entwicklungen mit dem Virus in China genau beobachtet. Wir haben die heutige Lage früh kommen sehen und schon von Januar an Pläne gemacht“, sagt der Deutschlandchef des mittelständischen Software-Unternehmens Stibo Systems, der die Verantwortung für 200 Mitarbeiter trägt. Trotzdem sagt er heute rückblickend: „Auf so eine Krise kann man sich nicht vorbereiten.“

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Ursula Kals

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Das meint der Hamburger vor allem für sich persönlich, für seine Rolle als Führungskraft, die sich radikal gewandelt hat. „Ich bin jetzt jeden Tag der Mediator persönlicher Probleme“, sagt er. „Die Umstellungen familiärer Art für die Mitarbeiter sind riesig.“ Geschlossene Kitas und Schulen, pflegebedürftige Angehörige, Existenzängste, weil das Unternehmen auch Kurzarbeit anmelden musste – der Strauß an Sorgen, die ständig auf ihn einprasseln, ist groß. „Gleichzeitig muss ich versuchen, den Schaden betriebswirtschaftlich möglichst gering zu halten. Wir arbeiten sehr kundenzentriert, unser Neugeschäft basierte bislang auf Face-to-Face-Kontakten auf Messen, Kongressen und Tagungen. Unser Vertrieb war ständig vor Ort beim Kunden – all das geht gerade nicht mehr oder nur noch per Videokonferenz.“

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