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Wenn der Koller kommt : Ich kann nicht mehr!

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Müdigkeit, Kopfschmerzen und Herzrasen - auch die Konzentration lässt nach: Burn-out ist eine Volkskrankheit. Hier sind 13 Tipps, um nicht in die Krise zu geraten.

          5 Min.

          Burn-out ist eine Volkskrankheit. Hier sind 13 Tipps gegen die Krise im Büro:

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          1 Beziehungen pflegen

          Obwohl vieles immer individueller wird, jeder jeden in den Weiten der virtuellen Welt treffen kann, sind die realen Beziehungen zu anderen Menschen noch immer der wichtigste Faktor dafür, dass sich Menschen wohl und geborgen fühlen. "Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir in verantwortlicher Position ohne ein soziales Netz die Rentenzeit in guter Lebensqualität erreichen", sagt Dr. Manfred Nelting, Gründer und Leiter des Gezeiten Hauses in Bonn, einer Privatklinik für psychosomatische und traditionelle chinesische Medizin. Zumeist merken es die anderen auch viel schneller, wenn es einem zunehmend nicht mehr gutgeht, weil die eigene Wahrnehmungsfähigkeit für sich selbst im Dauerstress deutlich sinkt. Man sollte deshalb immer wieder überprüfen, ob die persönlichen Beziehungen unter der Arbeit leiden. Umgekehrt gilt: Konflikte mit Kollegen oder dem Arbeitgeber beunruhigen, können irgendwann richtig krank machen und sollten deshalb schnell gelöst werden.

          2 Anerkennung geben

          Anerkennung setzt im Menschen Botenstoffe frei, die den Körper mit Energie versorgen und wieder beruhigen, wenn er im Alarmzustand war. Sie hat eine sinn- und kraftgebende Funktion und baut Stress ab. Auf ganz natürliche Art und Weise. Aber nur wer die Arbeit anderer anerkennt, wird auch selbst anerkannt. Ein guter Chef fördert und fordert seine Mitarbeiter, ein angenehmer Kollege steht mit den anderen nicht im Konkurrenzkampf, sondern arbeitet mit ihnen zusammen. Mindestens genauso wichtig: "Die eigene Arbeit sollte Spaß machen. Menschen, die lieben, was sie tun, brennen nicht aus", sagt Ilona Wilhelms, die in Hamburg ein Institut zur Burnout-Prophylaxe betreibt. Verschiedene Studien aus den Vereinigten Staaten belegen eine solche Herangehensweise.

          3 Laufen gehen

          Wer merkt, dass er keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, sollte eine Runde im Park joggen gehen. Der Kopf wird beim Sport nicht benötigt, er kann sich ausruhen. Die Bewegung trägt einen fort von der Hektik des Alltags, sie ist die Flucht für den Moment. Und Laufen kann jeder jederzeit und überall. Wettkämpfe sollte man indes vermeiden, sie führen unweigerlich zu Vergleichen mit anderen, die wiederum Stress fördern. Natürlich kann man auch schwimmen, walken, Rad fahren oder klettern. Überall gilt: "Ausdauersport fährt das Nervensystem merklich runter", sagt Ilona Wilhelms.

          4 Entspannung leben

          Der Mensch verlernt mehr und mehr zu entspannen, fast immer ist er Sinneseindrücken ausgeliefert, die verhindern, dass er sich mit sich selbst auseinandersetzt, dass er zur Ruhe kommt und sich von Sorgen und Problemen des Alltags befreit. Wer damit Schwierigkeiten hat, sollte sich vielleicht einmal fernöstlichen oder indischen Traditionen zuwenden. Immer mehr Experten haben in den vergangenen Jahren etwa Yogaübungen zur Steigerung der körperlichen Fitness und zur Stärkung von Nerven und Muskeln empfohlen. Alternativen können Chi Gong oder Thai Chi sein.

          5 Aufgaben delegieren

          Das gilt vor allem für Perfektionisten, die sich für unentbehrlich halten und deshalb lieber alles allein machen wollen. Auf Dauer ist das keine empfehlenswerte Strategie, raubt sie einem doch viel zu viele Kräfte, Zeit und irgendwann die Orientierung. "Nachhaltige Projektentwicklung setzt heutzutage eigene Gesundheitsverantwortung voraus", sagt Nelting. Man sollte sich deshalb einmal ganz bewusst die Stärken seiner Kollegen anschauen und prüfen, ob man nicht einige seiner Aufgaben verteilen kann. "Wer Unterstützung hat, geht ruhiger an Aufgaben heran", sagt Ilona Wilhelms. Zudem sei er in der Regel deutlich kreativer.

          6 Verantwortung übernehmen

          Irgendwie leben wir in einer Welt, in welcher der Einzelne die großen Zusammenhänge nicht mehr richtig durchschaut. Umso wichtiger ist es, sich darum zu bemühen, die Fäden in der eigenen Hand zu behalten, Verantwortung zu übernehmen, selbst zu dirigieren und nicht nur Anweisungen und Befehle entgegenzunehmen oder Entscheidungen auszuführen, die man so selbst vielleicht niemals getroffen hätte. "Auf diese Weise, in Übernahme von Eigenverantwortung, kann sich der Mensch im Dschungel der Unklarheiten ungemein entlasten", sagt Nelting.

          7 Abstinent leben

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