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Personalnot hat Konsequenzen : Zu wenige Lokführer – jetzt streicht die Bahn sogar Verbindungen

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Kollegen verzweifelt gesucht: Es gibt zu wenige Lokführer. Bild: Wiesinger, Ricardo

Schicht- und Wochenendarbeit, Langeweile im Führerstand: Lokführer ist längst kein Kleine-Jungen-Traumberuf mehr. Entsprechend groß ist die Personalnot der Bahn. So groß, dass sie nun sogar Verbindungen streichen muss.

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          Der Personalmangel bei der Deutschen Bahn hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Weil das Unternehmen aktuell zu wenig Lokführer hat, fallen von Montag an mehrere Verbindungen in Schleswig-Holstein auf unbestimmte Zeit aus. Das teilte die Bahn am Donnerstag mit.

          Dass die Deutsche Bahn große Rekrutierungsprobleme hat, ist seit langem bekannt. Im vergangenen Jahr etwa war die Fachkräftenot so groß, dass das Unternehmen ein Massenbewerbungsgespräch veranstaltete. An sieben Tagen sollten in sieben großen Städten insgesamt 1000 neue Mitarbeiter eingestellt werden.

          Die Bahn kämpft damit, dass altersbedingt viele Mitarbeiter gehen, die Nachwuchsgewinnung geht dagegen nur schleppend voran. Weil der Arbeitsmarkt weiter auf Hochtouren läuft, können sich junge Menschen derzeit oft ihren Arbeitgeber unter mehreren Angeboten aussuchen. Ihre erste Wahl fällt dabei nicht zwingend auf die Bahn. Etliche Bahn-Berufe gelten als unattraktiv, weil sie mit Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten einhergehen. Besonders übel steht es um das Image des Lokführerberufs. Einst Kleine-Jungen-Traum, setzt sich zunehmend das Bild von Langeweile und Machtlosigkeit im Führerstand durch. Auch generell steht es mit dem Ruf der Bahn nicht zum Besten – zuletzt hatte sich die Verspätungsstatistik einmal wieder verschlechtert.  Zudem ließen Dauerstörungen im Zugverkehr nach Sylt manche Pendler derart verzweifeln, dass sie über Arbeitsplatzwechsel nachdachten.

          DB Regio Schleswig-Holstein verspricht Ausbildungsoffensive

          Die von den aktuellen Zugausfällen wegen Personalmangels betroffene Tochtergesellschaft DB Regio Schleswig-Holstein habe ihre Rekrutierungsanstrengungen schon deutlich verstärkt und sei dabei, mit einer Ausbildungsoffensive gegenzusteuern, teilte die Bahn mit. „So beginnen nun alle zwei Monate neue Ausbildungslehrgänge. Zuletzt wurden am 1. September neun neue Lokführer-Anwärter begrüßt“, hieß es in der Mitteilung. Allerdings dauere es etwa zehn bis zwölf Monate, bis ein ausgebildeter Triebfahrzeugführer dem Betrieb zur Verfügung steht.

          Betroffen sind die Strecken Lübeck-Lüneburg, Lübeck-Kiel, Lübeck-Neustadt-Fehmarn und Lübeck-Travemünde-Strand. Bei den ausfallenden Zügen handelt es sich überwiegend um Verbindungen frühmorgens oder spätabends. Für die Fahrgäste wird ein Ersatzverkehr mit Bussen und Taxis eingerichtet. Wie lange die Züge ausfallen werden, teilte das Unternehmen nicht mit.

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