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Weisheiten fürs Berufsleben : Was unsere Leser leitet

  • Aktualisiert am

Was unsere Leser vom Leben gelernt und fürs Berufsleben gemerkt haben. Bild: Foto: iStock; Montage: F.A.Z.

Unser Beitrag über „Starke Worte fürs Berufsleben“ hat viele Leser bewegt, uns ihre persönlichen Leitworte zu verraten. Eine Auswahl der Zuschriften.

          5 Min.

          Unsere Redakteure haben vor kurzem ihre besten Berufsweisheiten verraten. Nun kommen unsere Leser zu Wort – und zitieren nicht nur Goethe. Viele von ihnen haben auch aus Erfahrungen ihre ganz eigenen Schlüsse gezogen:

          Man muss auch gönnen können

          Unser tägliches Leben ist leider doch sehr durch ein permanentes Konkurrenzdenken bestimmt. Es beginnt bereits in der Schule und verstärkt sich beim Studium, in der Ausbildung und im Beruf. Die Folgen sind häufig Neid und Missgunst. Viele schmücken sich im Berufsleben mit fremden Federn. Ich habe deshalb positive Erfahrungen damit gemacht, gute Leistungen von Kolleginnen und Kollegen offen anzuerkennen. Zu Beförderungen sollte man aufrichtig gratulieren können, auch beruflichen Konkurrenten. Zurückbekommen habe ich dafür vielfältige Sympathien, Respekt und Achtung.

          Heinz Veitengruber, Bankkaufmann, Oberursel

          Deine erste Pflicht ist es, dich selbst glücklich zu machen

          „Ist das egoistisch!“, dachte ich, als ich das Zitat des deutschen Philosophen Ludwig A. Feuerbach zum ersten Mal las. Bei näherer Betrachtung zeigte sich jedoch, wie folgenreich Feuerbachs Worte sich in Zeiten steigenden Leistungsdrucks und daraus resultierenden psycho-sozialen Belastungen auf den Berufsalltag und die gesamte Lebensgestaltung auswirken können. Aus dem Spruch lese ich heraus, dass es ist nicht nur das Recht jedes Berufstätigen, sondern auch dessen Pflicht ist, dafür zu sorgen, dass er im Beruf glücklich ist, also in physisch und psychisch guter Verfassung. Feuerbach überträgt die Verantwortung jedem Einzelnen, das heißt, jeder Berufstätige muss sich Tag für Tag selbst darum kümmern, dass er am Ende eines Arbeitstages in guter Verfassung nach Hause geht und nicht erschöpft, verbraucht, ausgelaugt oder frustriert.

          Leider hat uns Feuerbach kein Rezept geliefert, wie wir uns selbst glücklich machen können. Glücklicherweise gibt es Strategien, die sich im Berufsalltag gut bewährt haben. Beispielsweise kann es hilfreich sein, ein persönliches Glücks-Management zu entwickeln, regelmäßig aufgestaute Gefühle zu reflektieren. Hilfreich können ebenso der Aufbau eines persönlichen Belohnungssystems sowie eine ausgleichende Freizeitgestaltung. Zur Erhaltung der Freude an der Arbeit halte ich es für wichtig, beim Arbeitgeber offen einzufordern, dass persönliche Bedürfnisse, Interessen und Kompetenzen angemessen berücksichtigt werden. Dabei gilt es, sich nicht verbal abspeisen lassen und bei der Suche nach Lösungen hartnäckig zu bleiben.

          Gerda Zechmeyer, Sonderschullehrerin, Pulheim-Stommeln

          Ordnung, Ordnung, liebe sie, sie erspart dir Zeit und Müh’! und Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen

          Beide Sätze haben sich mir eingeprägt, seit vor vielen Jahren ein Studienkollege sie fast jeden Tag zitierte, allerdings ohne Erfolg, denn sein Chaos - räumlich und zeitlich - war nicht zu bändigen. Mir dagegen waren sie zuerst Hilfe und nun, da ich sie ganz gut umsetze, fast jeden Tag sozusagen Belohnung, wenn ich wieder eine Arbeit ordentlich zu Ende gebracht habe.

          Kari von der Behrens, Juristin, Göttingen

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