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Anerkennung von Berufen : Kaum einer will noch Koch werden

Köche genießen laut Studie kein so hohes Ansehen wie beispielsweise Mechatroniker. Bild: Maximilian von Lachner

Auch in diesem Ausbildungsjahr werden manche Betriebe keinen Nachwuchs finden. Das liegt nicht nur am Run auf die Universitäten.

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          Zwei Tage noch, dann beginnt das neue Ausbildungsjahr und mit ihm für viele junge Menschen in Deutschland ein neuer Lebensabschnitt. Zugleich werden mit dem näher rückenden Termin in manchem Betrieb die Sorgen größer: Denn schon jetzt ist klar, dass ein Teil von ihnen keinen Nachwuchs finden wird. Fast 241000 unbesetzte Lehrstellen waren der Bundesagentur für Arbeit im Juni gemeldet – 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Schon da hatte die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze erstmals seit langer Zeit die Zahl der gemeldeten Bewerber überstiegen.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer ist der Trend zum Studium: Viele Schüler zieht es an die Gymnasien und von dort an die Universitäten. Einen großen Einfluss habe aber auch das Ansehen bestimmter Berufe in der Gesellschaft, sagt der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser. „Das Image von Berufen spielt eine entscheidende Rolle bei der Berufsorientierung und Berufswahl.“ Sein Institut hat daher zusammen mit der Technischen Universität Braunschweig in einer Befragung das Ansehen von mehr als 400 Berufen erhoben – es ist die erste dieser Art seit 35 Jahren. Befragt wurden rund 9000 Bürger, die auf einer Skala von 0 (sehr niedriges Ansehen) bis 10 (sehr hohes Ansehen) angeben sollten, wie diese Berufe ihrer Meinung nach in Deutschland wahrgenommen werden. Nun liegen erste Ergebnisse vor.

          Hilft der Mindestlohn?

          Sie zeigen, dass die 25 am stärksten besetzten Ausbildungsberufe sich in ihrem Ansehen in der Bevölkerung deutlich unterscheiden. Ganz vorne liegen mit jeweils mehr als 7 Punkten der Fachinformatiker und der Mechatroniker. Sie werden ähnlich hoch angesehen wie Berufe, für die üblicherweise ein Hochschulstudium erforderlich ist, etwa der Maschinenbauingenieur oder der Notar. Auch Industriekaufleute, Kraftfahrzeugmechaniker und Steuerfachangestellte schneiden gut ab. Am unteren Ende der Rangliste stehen Köche und Verkäufer, die auf Werte von jeweils unter 5 kommen und damit ähnlich bewertet werden wie Helferberufe, für die keine abgeschlossene Berufsausbildung erforderlich ist. Hier ist auch die Zahl der unbesetzten Lehrstellen besonders hoch.

          Um mehr Jugendliche für Berufe mit Besetzungsproblemen zu gewinnen, müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden, fordert Institutspräsident Esser. Hierzu gehörten neben guten Übernahmemöglichkeiten nach der Ausbildung vor allem gute Karriereperspektiven und ein angemessenes Einkommen. Weil es auch bei den Ausbildungsvergütungen große Unterschiede gibt, hat die Bundesregierung vor einiger Zeit einen Mindestlohn für Lehrlinge auf den Weg gebracht: Im kommenden Jahr beträgt er mindestens 515 Euro im Monat im ersten Lehrjahr, dann steigt er schrittweise an auf 620 Euro im Jahr 2023.

          Das dürfte vor allem Handwerksbetriebe im Osten Deutschlands treffen, denn dort liegen die tarifvertraglich vereinbarten Vergütungen etwa für Fleischer, Friseure und Schornsteinfeger unter dem künftigen gesetzlichen Mindestniveau. Deutlich besser verdienen etwa angehende Maurer, Industriemechaniker, Elektroniker und Versicherungskaufleute.

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