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Umweltfreundliche Karriere : Der Greta-Effekt bei der Berufswahl

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Das Klima retten wollen neuerdings viele. Aber hört beim Gehalt die Umweltliebe auf? Bild: AP

Kaum ein Tag vergeht ohne Nachrichten über Klima-, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Wie beeinflusst das die Berufswahl von Menschen? Und würden sie auf Gehalt verzichten, um eine „grünere“ Stelle anzunehmen?

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          Achtet der eigene Arbeitgeber auf den Klimaschutz? Wirtschaftet er nachhaltig? Trägt die eigene Arbeit dazu bei, den Planeten zu erhalten? Oder sorgt sie umgekehrt dafür, dass seine Zerstörung voranschreitet?

          Lange Zeit waren solche und ähnliche Fragen in der Arbeitswelt wenig präsent. Doch in Zeiten von Fridays-for-Future-Demonstrationen, Wutreden von Greta Thunberg und hohen Entscheidungsdrucks, der auf den Parlamenten liegt, ist die Lage anders geworden.

          Die Stimmung genutzt hat auch das Gehaltsvergleichsportal Gehalt.de und eine Umfrage gestartet, um herauszufinden, ob Arbeitnehmer in Sachen Berufswahl auf „grüne“ Aspekte achten. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl (418 Menschen haben die Fragen bis dato beantwortet), kann die Befragung nicht als repräsentativ angesehen werden. Sie gibt aber erste Hinweise darauf, in welche Richtung sich die Stimmung gedreht hat.

          Immerhin 35 Prozent der Befragten berücksichtigen demnach Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte bei ihrer Berufswahl. Stolze 58 Prozent würden „vielleicht“ eine Kündigung erwägen, sollte ihr Arbeitgeber klimaschädlich agieren. 16 Prozent sagen sogar, sie würden definitiv den Job wechseln.

          Darüber hinaus ist ungefähr ein Fünftel der Befragten bereit, ein Stellenangebot zu akzeptieren, das einen umweltfreundlichen Job, aber ein geringeres Gehalt bietet. Fast die Hälfte der Befragten antwortet in diesem Punkt allerdings, dass beim Gehalt für sie eine Grenze erreicht ist und die Liebe zur Umwelt so weit dann doch nicht geht. Der Rest ist unentschieden.

          „Laut unserer Umfrage neigen viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dazu, den Aspekt der Nachhaltigkeit bei der Berufswahl zu berücksichtigen“, sagte Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de mit Blick auf die Ergebnisse. Allerdings seien die wenigsten Beschäftigten dazu bereit, dafür größere Gehaltseinbußen in Kauf zu nehmen. „Vor allem einkommensschwächere Angestellte sind dazu meist nicht in der Lage.

          Mit Blick auf den Beruf, den sie derzeit ausüben, antworten übrigens 23 Prozent der Befragten, dass sie heute mit ihrer Arbeit schon etwas für den Umweltschutz leisteten. Sogar 45 Prozent sagen, ihr Arbeitgeber trage etwas zum Umweltschutz bei.

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