https://www.faz.net/-gyl-975nd

Karriere bei den Streitkräften : Überraschend viele Abiturienten gehen zur Bundeswehr

  • Aktualisiert am

Rekrutierungsgespräch im Bundeswehr-Showroom in Berlin-Mitte. Bild: Sebastian Wilke

Seitdem die Wehrpflicht ausgesetzt ist, kämpft die Bundeswehr gegen das schwindende Interesse am freiwilligen Wehrdienst. Insgesamt sind die Bewerberzahlen aber überraschend stabil.

          1 Min.

          Genügend Personal zu finden, gerade in wirtschaftlich guten Zeiten, in denen Fachkräfte knapp werden, ist für die Bundeswehr eine Herausforderung. Während sie mehr als sechs Jahre nach Aussetzung der Wehrpflicht damit kämpft, dass das Interesse am freiwilligen Wehrdienst sinkt, sind die Bewerberzahlen aber insgesamt überraschend stabil.

          Bei Bewerbern mit Hochschul- oder Fachhochschulreife gab es sogar einen neuen Rekord; 42,7 Prozent haben Abitur oder Fachabitur. Die „Rheinische Post“ hatte zuerst über diese Entwicklung berichtet. Gegenüber dem Vorjahr sei dies ein  Anstieg um mehr als sieben Prozentpunkte.

          Insgesamt haben sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums rund 125.000 Frauen und Männer im vergangenen Jahr bei den Streitkräften beworben. Der Anteil der Bewerber mit Mittlerer Reife sank dem Bericht zufolge von 39 auf 35,6 Prozent, derjenigen mit Hauptschulabschluss von 23,9 auf 20,3 Prozent. Unter den freiwillig Dienenden verfügten 83 Prozent der jungen Frauen und Männer über Abitur, Fachhochschulreife oder Mittlere Reife.

          Besondere Erfolge bei der Rekrutierung benötigt die Bundeswehr vor allem im Bereich der IT-Fachkräfte. Seit Mitte des vergangenen Jahres ist klar, dass die Bundeswehr insgesamt 14.000 IT-Spezialisten braucht, um Daten zu schützen oder Attacken aus dem Netz abzuwehren. Doch die Streitkräfte gelten als unattraktiver Arbeitgeber, weil in der freien Wirtschaft für ITler in der Regel höhere Gehälter gezahlt werden. Im Gegenzug versucht die Bundeswehr mit Verbeamtung und langfristigen Perspektiven zu locken.

          Weitere Themen

          Dax-Konzernchefs verdienen weniger

          Studie : Dax-Konzernchefs verdienen weniger

          Die Gehälter der Chefs der 30 größten Konzerne in Deutschland sind im vergangenen Jahr um 2 Prozent gesunken. Das betrifft allerdings nur die gewährten und nicht die ausgezahlten Gehälter.

          Fast niemand will mehr Manager werden

          Studie : Fast niemand will mehr Manager werden

          Es breitet sich die Manager-Müdigkeit aus: Beruflich wollen in Zukunft nur noch wenige eine Führungsposition übernehmen, wie eine neue Studie zeigt. Die Autoren mahnen die Unternehmen auf zu handeln.

          Topmeldungen

          Frankreichs Bildungsminister Jean-Michel Blanquer im Oktober in Paris

          Islamismus in Frankreich : Kleingruppen gegen Fundamentalismus

          Mit einer neuen Schulpolitik will Frankreich Jugendliche aus Einwandererfamilien besser fördern – und so dem Islamismus entgegenwirken. Bildungsminister Blanquer hat als Schuldirektor den wachsenden Einfluss des Fundamentalismus erlebt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.