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Benjamin Fischer

Trend zum Bürohund : Keine Zeit, kein Haustier!

Zweifellos süß! Aber auch glücklich? Im Büro angeleinter Hund Bild: dpa

Haustiere sind schick: Wenn Herrchen und Frauchen viel arbeiten, heißt das aber oft: Einsamkeit! Im Auto, in der Wohnung oder neuerdings: angeleint am Schreibtisch. Die Kolumne „Nine to five“.

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          Einmal noch schnell den Hund eine Runde um den Block ziehen und fürs morgendliche Geschäft auf dem Grünstreifen parken. Kostet wertvolle Zeit, aber muss eben sein. Immerhin kann man dabei aber gleich schon am Smartphone die ersten Mails beantworten. Wen interessiert schon, was der Vierbeiner treibt?

          Weglaufen kann er dank der Leine nicht, und solange Anzug und Frisur sitzen, ist sowieso alles gut. Schließlich will man gleich im Büro ja nicht nur zehn Stunden lang richtig gut performen, sondern auch bestens aussehen.

          Der vermeintlich liebste Freund des Menschen darf die Zeit brav in der Wohnung absitzen und sich an leckerem Dosenfutter laben – wenn er nicht auf dumme Gedanken kommt. Das passiert übrigens auch bei den angeblich so genügsamen Katzen, lässt man sie zu lange allein. Trudeln Herrchen oder Frauchen dann nach getaner Arbeit zu Hause ein, geht’s noch eine Runde auf den Grünstreifen – was ein trauriges Hundeleben!

          Das Foto auf der Website darf nicht fehlen

          Die glücklicheren Exemplare dürfen den Tag über in die Hunde-Kita oder gehen mit auf die Arbeit. Ein Bürohund ist ja aktuell schwer im Trend. Selbstverständlich bekommt er neben einem besonders luxuriösen Hundekorb auch einen eigens angefertigten Mitarbeiterausweis samt Foto auf der Website – das macht das Leben im Büro und den hektischen Alltag im Moloch Stadt garantiert viel angenehmer für das Tier.

          Natürlich gibt es auch in der Stadt viele Halter, die sich rührend um ihren Hund kümmern, obwohl sie mit der Arbeit äußerst ausgelastet sind. Viele Bürohunde werden sicher liebevoll umsorgt und regelmäßig zur ausladenden Gassi-Runde ausgeführt.

          Doch allzu oft ist die Gemengelage eben eine andere: Obwohl man eigentlich keine Zeit für ein Haustier hat und es um die Wohnung in der Stadt kaum Grünflächen gibt, muss es unbedingt ein Hund sein. Vielleicht, weil man früher schon einen hatte, zu Hause sonst niemand auf einen wartet oder weil er einfach so süß ist. Den Preis dafür zahlt das Tier, denn das braucht frische Luft, Bewegung und schätzt eine satte, grüne Wiese.

          Benjamin Fischer
          Redakteur in der Wirtschaft.

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