https://www.faz.net/-gyl-vdg7

Traum-Arbeitgeber : „Man muss googley sein“

Hereinspaziert! Der Suchmaschinenbetreiber ist Amerikas beliebtester Arbeitgeber Bild: AP

Der Internetgigant Google ist Amerikas beliebtester Arbeitgeber. Kein Wunder: Das Unternehmen bietet ein paradiesisches Arbeitsumfeld und gutes Geld. Aber Reinkommen ist schwer. Google hat einen knallharten Auswahlprozess.

          4 Min.

          Es sind schon schwere Entscheidungen, die man als Mitarbeiter des amerikanischen Internetunternehmens Google zu treffen hat. Im Hauptgebäude von Google im kalifornischen Mountain View sorgt ein Wegweiser an einer Ecke für die Qual der Wahl: Nach links geht es zur persönlichen Massage, geradeaus zum automatischen Massagesessel, heißt es auf dem Schild.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Wer sich für die persönliche Massage entscheidet, erliegt auf dem Weg dorthin aber vielleicht noch anderen Ablenkungen, zum Beispiel den Billardtischen auf der linken Seite. Oder vielleicht hat man es auch gar nicht bis zum Wegweiser geschafft und sich stattdessen ein paar Schritte vorher vom Essensduft der Gratis-Cafeteria anlocken lassen, einer von vielen auf dem Campus, der den Spitznamen "Googleplex" hat. Hier gibt es keine schäbige Kantinenkost, die Cafeterias verstehen sich als Gourmetküchen: "Ich hatte hier sogar schon öfter Gänseleberpastete", sagt der Deutsche Franz Och, der seit mehr als drei Jahren bei Google in Kalifornien ist und hier ein Team führt, das an Übersetzungsprogrammen arbeitet.

          McKinsey vom Thron gestoßen

          Google ist nicht nur als hochprofitabler Internetgigant und Börsenstar bekannt. Das Unternehmen hat sich auch einen legendären Ruf als Arbeitgeber erworben. Die Zeitschrift "Fortune" kürte Google in diesem Jahr zum besten Arbeitgeber in Amerika. Eine Befragung des Marktforschungsinstituts Universum vor wenigen Monaten ergab, dass Google unter Studenten für den Wirtschaftsabschluss Master of Business Administration (MBA) der begehrteste Arbeitgeber ist. Google hat damit die Unternehmensberatung McKinsey als Spitzenreiter abgelöst.

          Die Mitarbeiter haben in der Regel gut Lachen

          Was macht Google so attraktiv? Google ist bekannt dafür, seine Mitarbeiter nach Strich und Faden zu verwöhnen. Kostenloses Essen und Massagen sind nur der Anfang. Neue Frisur gefällig? Dafür gibt es einen Friseursalon im Googleplex. Ein paar Pfunde zu viel? In Fitnessstudios kann vor Ort geschwitzt werden, wenn gewünscht, unter professioneller Anleitung von Trainern zu Niedrigpreisen. Zum Austoben gibt es auch eine Kletterwand, einen Swimmingpool und ein Beachvolleyballfeld. Google stellt seinen Mitarbeitern Waschmaschinen und eine Wäschereinigung zur Verfügung, auch für den Ölwechsel beim Auto wird gesorgt.

          Unweit des Googleplex betreibt das Unternehmen eine eigene Kinderbetreuungsstätte mit dem Namen "Kinderplex". Kurzum: Eine Fülle von alltäglichen Besorgungen und Aktivitäten lässt sich vor Ort erledigen, entweder kostenlos oder zumindest spottbillig. Das hat natürlich Kalkül, denn damit gibt es für die Mitarbeiter weniger Anlass, den Arbeitsplatz zu verlassen. Franz Och ist oft bis Mitternacht im Büro, sagt er ("Ich fange aber auch erst um 11 Uhr morgens an").

          Auch mit finanziellen Reizen wird nicht gegeizt

          Och freut sich am meisten über die Edelkantinen. Die ebenfalls aus Deutschland stammende Marketing-Managerin Simone Kriz liebt das Fitnessangebot: "Ich surfe gerne, und mein Trainer weiß genau, wie er mich dafür in Form bringt." Beeindruckt sind die beiden Deutschen auch davon, dass Google mittlerweile hochkarätige Redner für Vorträge anzieht. So geben sich im Moment Kandidaten für die nächste amerikanische Präsidentenwahl bei Google die Klinke in die Hand. Selbst Hillary Clinton war schon da.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Zwei große Mächte im Welthandel: US-Präsident Donald Trump (links) fasst sich an die Jacke, während er für ein Foto mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Rande des G-20-Gipfels in Osaka posiert.

          Trumps Blockade : Schwerer Schlag für den Welthandel

          Donald Trump legt das Instrument zur Streitschlichtung der Welthandelsorganisation lahm. Die EU-Kommission sucht noch nach einer Lösung, um die Blockade zu umgehen.
          Präsidenten Macron und Putin in Paris

          Ukraine-Gipfel in Paris : Die Folgen der Inkonsequenz

          Auf dem Pariser Gipfel ging es nicht nur um den russisch-ukrainischen Konflikt. Sondern auch darum, mit welchen Botschaften der Westen dem russischen Regime entgegentritt. Putin spielt auf Zeit – und der Westen setzt ihm kaum etwas entgegen.

          Trauer um Roxette-Star Fredriksson : „Danke Marie“

          An ihrer Stimme kam in den 90er Jahren niemand vorbei, sie war das Gesicht von Roxette: Marie Fredriksson ist früh gestorben – die Trauer bei den Fans ist groß. Und auch ihr Band-Partner nimmt Abschied von einer ganz besonderen Freundin.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.