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Erhebung unter Arbeitnehmern : Normaler Krankenstand trotz Corona

Corona hat den Krankenstand nicht beeinflusst. Bild: dpa

Die Pandemie zeigt sich einer Auswertung der Techniker Krankenkasse zufolge nicht in den Krankmeldungen – und der Anstieg der Infektionszahlen nicht in den Kliniken.

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          Trotz steigender Infektionszahlen hat die Corona-Epidemie kaum noch Einfluss auf den Krankenstand in Deutschland. Im Juni waren lediglich 0,2 Prozent der Krankmeldungen von Arbeitnehmern auf Covid-19 zurückzuführen. Im Rekordmonat April hatte der Anteil noch fast 0,7 Prozent betragen. Das geht aus einer Erhebung der Techniker Krankenkasse unter den 5,3 Millionen bei ihr versicherten Erwerbspersonen hervor. Auch der gesamte Krankenstand sei nicht mehr wesentlich höher als in normalen Zeiten, teilte die Kasse mit.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Im Mai und Juni erreichte er rund 3,4 Prozent, während es im März und April noch 6 und 4 Prozent gewesen waren. Für das gesamte erste Halbjahr weist die gesetzliche Krankenkasse „trotz Corona-Krise“ 4,4 Prozent aus. Das lag etwas über dem Wert des Vorjahreszeitraums von 4,3 Prozent, aber unter der Vergleichszahl von 2018 mit 4,5 Prozent. Zum Vergleich: Psychische Diagnosen waren in den ersten sechs Monaten dieses Jahres für 18,7 Prozent des Gesamtkrankenstandes verantwortlich. In den gleichen Zeiträumen 2019 und 2018 waren es 17,9 und 16,7 Prozent. „Die Diagnose Covid-19 spielt eine eher untergeordnete Rolle“, schreibt die TK genannte Krankenkasse.

          Ambulant wird früher und wirksamer behandelt

          Die Abstands- und Hygieneregeln zeigten offensichtlich Wirkung, sie reduzieren nicht nur die Ansteckungsgefahr durch Covid-19, sondern auch durch andere Erkältungs- und Infektionskrankheiten, sagte der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas. „Außerdem sehen wir einen Rückgang von Sportverletzungen und Wegeunfällen.“ Das dürfte auf die eingeschränkten Vereinsaktivitäten und das vermehrte Arbeiten zu Hause zurückgehen.

          Die hohen neuen Ansteckungszahlen stehen zu den geringen Fehlzeiten nur scheinbar im Widerspruch. Da sich die Zahl der Tests seit Juli auf mehr als eine Million Untersuchungen in der Woche verdoppelt hat, werden auch mehr Fälle festgestellt. Insgesamt sinkt die „Positivquote“ aber: Ende August waren unter den stark ausgeweiteten Tests weniger als 0,8 Prozent positiv. Noch im Frühling war die Quote – unter deutlich weniger Tests – zum Teil zweistellig gewesen. Die höheren festgestellten Infektionszahlen führen auch nicht notwendigerweise zu mehr (Schwer-)Kranken. Ambulant wird früher und wirksamer behandelt als früher. Statt mehr als 20 Prozent der Kranken wie noch im April kommen heute weniger als 5 Prozent ins Krankenhaus.

          Die Zahl der Corona-Toten ist von mehr als 2000 in der Woche auf nicht einmal 40 gesunken. Gemäß dem Divi-Intensivregister, dem alle Krankenhäuser ihre Belegung melden müssen, lagen am Montag 228 Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen, zehn mehr als am Tag zuvor. 134 davon wurden invasiv beatmet. Weiterhin steht etwa ein Drittel aller 30.000 Intensivbetten leer. Deren Zahl war stark ausgeweitet worden. Auch wurden die Kliniken verpflichtet, sie für Covid-19-Fälle freizuhalten, was bedeutete, nichtakute Operationen zu verschieben.

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