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Stressiger Beruf : Paketbote für einen Tag

Das Paket ist bei „Frau Kiosk“

In den sozialen Netzwerken verbreiten genervte Kunden auch ihre skurrilsten Lieferscheine, die von der Eile der Boten zeugen. So veröffentlichte am vergangenen Mittwoch ein Kunde über Twitter einen Benachrichtigungszettel, auf dem sich der handschriftliche Hinweis fand „Zwei Pakete in der Papiertonne“. Ich selbst bekam vor einiger Zeit die Benachrichtigung, dass mein Paket bei „Frau Kiosk“ abzuholen sei. Was ich schließlich herausfand: Das Paket wurde bei der Verkäuferin („Frau“) in der Bäckerei („Kiosk“) hinterlegt.

Herr Baldia, ständig beschweren sich die Leute, dass Sie und Ihre Kollegen Lieferscheine draußen an die Haustür kleben, wo sie jeder sehen und klauen kann. Das dürfen Sie doch gar nicht, oder?

Also, korrekt wäre es, die Karte mit zurück ins Depot zu nehmen, sie dort in einen Umschlag zu stecken und sie per Post zuzustellen. Aber dann erfährt der Kunde frühestens am nächsten, vielleicht sogar erst am übernächsten Tag, dass ein Paket auf ihn wartet. Ich finde es viel hilfreicher, wenn er noch am selben Abend einen Zettel an der Haustür sieht und sofort Bescheid weiß.

In unserem Mehrfamilienhaus hängen ständig Zettel an der Haustür. Ich befürchte immer, dass sie jemand abreißt und mein Paket vom Shop abholt.

Das kann eigentlich nicht passieren, weil die Paketshops ja die Adressdaten mit dem Personalausweis abgleichen sollten.

Manche Leute veröffentlichen im Internet DHL-Benachrichtigungsscheine mit Hinweisen wie „auf den Balkon geworfen“.

Das muss gar nicht so grotesk sein, wie es klingt. Vielleicht hat der Empfänger es ja so gewollt. Wenn jemand den eigenen Balkon als Wunschort für seine Zustellung angibt, dann werfen wir das Paket eben hoch in den ersten Stock. Ich würde es auch so machen. Aber klar, es gibt auch Kollegen, die vieles nicht so genau nehmen. Allgemein gilt: Zusteller, die viel benachrichtigen, sind schlechte Zusteller.

Die Zustelldienste halten ihre Fahrer dazu an, alle Pakete beim ersten Versuch zuzustellen: sei es beim vorgesehenen Empfänger oder bei einem Nachbarn. Für jedes Versäumnis muss DHL zahlen. Ein Paketshop bekommt Geld, wenn der Bote eine Sendung dort abgibt, ebenso eine Postbank-Filiale, die Pakete annimmt.

Bringt bald ein Roboter die Pakete?

Die Zustelldienste testen seit Jahren allerlei Dinge, um eine reibungslose Zustellung möglich und die Kunden glücklich zu machen. Vor Mehrfamilienhäusern wurden Paketkästen angebracht, aus denen die Hausbewohner ihre Kartons holen können wie Briefe aus ihrem Briefkasten. Auch eine faltbare Stoffbox, die „Paketbutler“ heißt, in den Hausflur gestellt und per Chip geöffnet werden kann, gibt es schon. Ein mögliches Zukunftsmodell ist die Kofferraumzustellung, die DHL in Zusammenarbeit mit Smart und Audi getestet hat. Dabei wird das Paket vom Boten in den Kofferraum des parkenden Autos hinterlegt.

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