https://www.faz.net/-gyl-9guon

Vor allem Jüngere betroffen : Stress durch die Digitalisierung schwächt die Arbeitskraft

  • Aktualisiert am

Die Digitalisierung macht Arbeitnehmer flexibel - auch im negativen Sinne. Bild: dpa

Die Digitalisierung setzt Arbeitnehmer unter Druck - so weit, so bekannt. Eine aktuelle Studie legt nun allerdings auch nahe, dass sie deren Leistung nachweislich mindert.

          1 Min.

          Stress durch die zunehmende Digitalisierung am Arbeitsplatz schwächt die Arbeitskraft. Das legt eine neue Studie von Wissenschaftlern der Universität Augsburg rund um den Wirtschafstingenieur Henner Gimpel nahe.

          Für die Untersuchung hatte das Forscherteam gemeinsam mit der Fraunhofer Projektgruppe Wirtschaftsinformatik insgesamt 2640 Arbeitnehmer befragt. Gefördert wurde die Studie von der Hans-Böckler-Stiftung des DGB.

          Demnach leidet mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer, die sich hohem digitalen Stress ausgesetzt sehen, unter Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und allgemeiner Müdigkeit. „Nachweislich verringert übermäßiger digitaler Stress die berufliche Leistung, um zugleich mit einem starken Work-Life-Konflikt einherzugehen“, heißt es dazu in der Mitteilung der Hochschule zur nun veröffentlichten Erhebung.

          Frauen mehr unter Strom als Männer

          Die Studie brachte zudem ein eher überraschendes Ergebnis zutage: Die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen sieht in den neuen Technologien eine größere Belastung als ältere Kollegen. Und Frauen zeigten sich digital gestresster als Männer.

          Die Wissenschaftler fragten die Arbeitnehmer zunächst, welche von 40 Technologien sie bei der Arbeit nutzen - angefangen vom Festnetztelefon übers Navi bis zu künstlicher Intelligenz. Anschließend wurden Stressempfinden, berufliche Belastung, Krankheitstage und Ähnliches abgefragt.

          Dabei zeigte sich, dass Arbeitnehmer mit hohem Digitalstress wesentlich häufiger an Kopfschmerzen oder Schlafstörungen leiden als der Durchschnitt der Befragten. Hauptursache von Digitalstress ist laut der Erhebung aber weniger die Technologie als solche als vielmehr mangelndes Wissen der Arbeitnehmer im Umgang damit. Einzelne Stressfaktoren sind demnach Komplexität und Unzuverlässigkeit der Technologie ebenso wie Sorge um den eigenen Arbeitsplatz.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Foto von einer Zeremonie zum Start von Nord Stream 2 im Jahr 2010 in Russland

          Naftogaz-Chef zu Nord Stream 2 : „Ich glaube, dass Putin blufft“

          Der Chef des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz spricht über Deutschlands Abhängigkeit von russischem Gas und warnt vor der Pipeline Nord Stream 2. Zudem erklärt Yuriy Vitrenko, warum er in dieser Situation auf die Energiewende hofft.
          Elisabeth Winkelmeier-Becker im Bundestag

          Interview über Paragraph 219a : „Es gibt kein Informationsdefizit“

          Die Vorsitzende des Rechtsausschusses Elisabeth Winkelmeier-Becker kritisiert, dass die Ampel das Verbot der Werbung für Abtreibungen streichen will. Ein Gespräch über die Rechte von Müttern und den Schutz des ungeborenen Lebens.