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Stellensuche : Was sich Bewerber wünschen

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Die klassische Bewerbungsmappe ist ein Auslaufmodell: Online, schnell und wenn möglich ohne Anschreiben soll es nach dem Geschmack der Bewerber besser sein. Bild: Picture-Alliance

Was nervt besonders: Lange Wartezeiten, schlechte Online-Formulare oder das Formulieren eines Anschreibens? Eine neue Befragung versucht sich an Einblicken in die Bewerber-Seele.

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          In der derzeitigen Krise beschäftigen sich die allermeisten Personalabteilungen vor allem mit: Corona, Corona, Corona. Es geht um Pandemiepläne, Kurzarbeit, Homeoffice – mancherorts gar um betriebsbedingte Kündigungen. Doch da sind auch die wenigen Krisengewinner – oft aus der Gesundheits-, Hygiene- oder IT-Branche – die sich in diesen Tagen noch immer mit Neueinstellungen befassen. Für sie hat der Bewerbungsmanagement-Softwareanbieter Softgarden eine Befragung unter 6720 deutschen Bewerbern durchgeführt und versucht, einen genaueren Einblick in die Kandidaten-Seele zu erhalten.

          Heraus kam: Eine recht große Hürde ist weiterhin das berühmt berüchtigte Anschreiben. Während immer mehr große Unternehmen, wie etwa die Deutsche Bahn ganz offiziell kommunizieren, dass sie keine Anschreiben mehr von ihren Bewerbern haben möchten, ist ein wohlformulierter Text auf der ersten Seite einer Bewerbung unter Mittelständlern weiterhin oft noch willkommen. Mehr als 43 Prozent der befragten Bewerber empfinden das Anschreiben allerdings als Hindernis und sagen, dass ein Verzicht darauf die Wahrscheinlichkeit erhöhen würde, dass sie sich bei einem Unternehmen bewerben. Mit rund 52 Prozent sagt trotzdem etwas mehr als die Hälfte, dass ein Verzicht aufs Anschreiben keine Auswirkungen auf ihre Bewerbungswahrscheinlichkeit hätte.

          Ein weiteres interessantes Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Befragten möchte nur 10 Minuten oder weniger in das Erstellen einer Bewerbung investieren. Ähnlich ungeduldig sind die Kandidaten, wenn es um eine Rückmeldung geht: 65 Prozent geben ihren potentiellen künftigen Arbeitgebern zwei Wochen oder weniger Zeit, sie zum Bewerbungsgespräch einzuladen. Nur wenige sind bereit, länger zu warten. Nach dem Vorstellungsgespräch wiederum erwarten 29 Prozent innerhalb von Tagen eine Rückmeldung, möglichst in Form eines konkreten Angebots. 53,8 Prozent sind bereit, sich damit ein bis zwei Wochen zu gedulden.

          Die Befragung liefert auch Hinweise darauf, was Bewerber im Vorstellungsgespräch als „No-go“ empfinden. An der Spitze steht hier der Eindruck, dass die Führungskräfte die Stelle nicht richtig erklären können. Sehr viele (76 Prozent) finden es auch schlimm, wenn der Gesprächspartner dem Bewerber das Gefühl der Unterlegenheit gibt. Ein weiterer dicker Minuspunkt für Arbeitgeber ist „Herumdrucksen beim Gehalt“. Relativ duldsam sind Bewerber hingegeben, wenn mal bei der Terminplanung etwas schief geht, sie also beispielsweise vor dem Gespräch noch etwas warten müssen.

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