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Studie zu Start-ups : Fachkräfte sind Mangelware

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Coworking Space in Berlin. Deutsche Start-ups kämpfen zunehmend mit dem Fachkräftemangel. Bild: Picture-Alliance

Junge Unternehmen haben zunehmend Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Wie sie ihre Zukunft einschätzen und welche Berufsgruppen besonders gefragt sind.

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          WG-Charme statt strenger Kleidungsvorschriften, flache Hierarchien und mehr Entscheidungsspielraum - das sind nur einige Gründe, die für eine Stelle bei einem Start-up sprechen können. Trotzdem haben junge Unternehmen oft Schwierigkeiten bei der Fachkräftesuche. Fast zwei Drittel (62 Prozent) fänden die Rekrutierung schwer oder sehr schwer, ergab eine Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC unter 1000 Geschäftsführern von Unternehmen, deren Gründung maximal zehn Jahre zurückliegt.

          Der Mangel an geeigneten Arbeitskräften bremst auch die Expansionspläne: Zwar rechnen zwei Drittel der befragten Start-ups für 2018 mit steigenden Umsätzen und erwarten im Schnitt ein Plus von acht Prozent. Im Vorjahr hatten aber noch 70 Prozent positive Erlöserwartungen (2016: 76 Prozent), und der erhoffte Zuwachs lag mit zwölf Prozent (2016: 13 Prozent) ebenfalls höher.

          Am häufigsten gesucht werden Programmierer, IT-Sicherheitsexperten und Entwickler - Berufe, bei denen Wachstumsfirmen mit etablierten Unternehmen konkurrieren. So klagt ein Viertel der Befragten, Bewerber entschieden sich eher für große und bekannte Firmen. Weitere 35 Prozent geben an, die Gehaltsforderungen der Bewerber seien zu hoch. Auch würden zu hohe Sozialleistungen erwartet. Im ländlichen Raum sei der Hauptgrund für den Fachkräftemangel dagegen die fehlende Attraktivität des Standorts.

          Eigene Ersparnisse helfen bei der Finanzierung

          In der Folge stocken die Start-ups ihre Belegschaft langsamer auf: 61 Prozent der Befragten wollen 2018 mehr Mitarbeiter einstellen und im Schnitt um 8 Prozent wachsen. Bei der Umfrage im Vorjahr lagen die Werte deutlich höher bei 67 und 16 Prozent.

          Zudem tut sich fast jede zweite Wachstumsfirma schwer, Kreditgeber von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Meist sind das Banken. Während in den USA Investoren viel Geld in Start-ups stecken, ist dies hierzulande wenig verbreitet. „Die Nutzung von Wagniskapital, sowohl von Unternehmen als auch von Finanzinvestoren, liegt mit 14 Prozent auf einem niedrigen Niveau“, sagte PwC-Experte Ashkan Kalantary.

          Mit großem Abstand nutzen Gründer daher eigene Ersparnisse oder Hilfe aus der Familie. Dazu kommen öffentliche Fördermittel. Bei Folgefinanzierungen setzen Start-ups aber zunehmend auf Wagniskapital von Firmen oder kooperieren mit diesen. Im globalen Vergleich hinkt Deutschland bei Gründungen hinterher, auch weil Geldspritzen von Investoren fehlen. Die Förderbank KfW beziffert die Kapital-Lücke in der frühen Wachstumsphase auf bis zu 600 Millionen Euro pro Jahr.

          Startup-Verband bleibt optimistisch

          Dass viele Start-ups offene Stellen nicht besetzen können, weil geeignete Bewerber fehlen, hatte jüngst auch eine Studie des Digitalverbands Bitkom gezeigt. In Deutschland fehlten 55.000 IT-Spezialisten, ermittelte der Verband. Um Informatiker und Ingenieure konkurrierten viele Firmen. „Start-ups können in aller Regel nicht jene Gehälter zahlen, die etablierte Unternehmen anbieten.“

          Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Startups, sieht hingegen keinen Grund zur Besorgnis: „Die Stimmung im deutschen Startup-Ökosystem ist weiterhin gut, gleichwohl die Rahmenbedingungen immer besser sein könnten. Die Gründerinnen und Gründer blicken optimistisch in die Zukunft, auch wenn beispielsweise im Vergleich zum Vorjahr nicht ganz so viel Wagniskaptal eingesammelt wurde.“ Zwar müssten sich die Start-ups einigen Herausforderungen stellen – etwa, dass es nicht genügend geeignete Mitarbeiter mit Programmier- und Entwicklerfähigkeiten gebe. „Es liegt jedoch in der Natur von guten Gründerinnen und Gründern, sich diesen Herausforderungen zu stellen und sie zu meistern.“

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