https://www.faz.net/-gyl-9s12d

Spontan und initiativ : Kreative Bewerbungen helfen Arbeitslosen

  • Aktualisiert am

Wege zurück ins Arbeitsleben: informell geht es manchmal leichter. Bild: dpa

Lückenhafte Lebensläufe, fehlende Abschlüsse oder fortgeschrittenes Alter: Vieles sorgt dafür, dass Langzeitarbeitslose nicht mehr zurück in den Beruf finden. Aber es gibt Wege, wie es immerhin leichter gelingt.

          1 Min.

          Langzeitarbeitslose finden einer Studie zufolge eher eine Stelle, wenn sie unkonventionelle Wege der Bewerbung wählen. Kreative Formen von Initiativbewerbungen spielten häufig eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von schwer vermittelbaren Langzeitarbeitslosen, heißt es in einer in dieser Woche in Nürnberg veröffentlichen Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Formale und standardisierte Bewerbungen scheitern demnach oft an lückenhaften Lebensläufen.

          Die Studie untersuchte, wie Langzeitarbeitslose mit mehreren sogenannten Arbeitsmarkthemmnissen doch noch eine Stelle fanden. Dazu zählen zum Beispiel Menschen, die keinen Schul- oder Ausbildungsabschluss haben, Kinder betreuen müssen oder älter als 50 Jahre sind. Auch die Langzeitarbeitslosigkeit selbst gilt als ein solches Hemmnis.

          „Viele der Befragten haben umfangreiche Erfahrungen mit erfolglosen schriftlichen Bewerbungen gemacht, auf die oftmals keinerlei Reaktion erfolgte“, schreiben die Autoren der Studie. Dagegen berichteten Befragte von Erfolgen durch unkonventionelle Vorgehensweisen, etwa wenn sie auf eigene Initiative und spontan bei potentiellen Arbeitgebern vorsprachen.

          Empfehlungen von Bekannten sind nützlich

          Mit Blick auf die Information über offene Stellen spielen der Untersuchung zufolge förmliche Stellenausschreibungen eher eine untergeordnete Rolle. Bedeutsamer seien Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld. Über Bekannte und Verwandte könnten sich auch direkte Einstiegschancen ergeben, wenn diese bei dem eigenen Arbeitgeber eine persönliche Empfehlung aussprechen.

          Die Forscher schlagen drei Ansätze zur Vermittlung von Langzeitarbeitslosen vor: Wichtig sei erstens eine stärker individualisierte Beratung in den Jobcentern. Viele Arbeitslose müssten zudem psychisch stabilisiert werden. Darüber hinaus müssten systematisch Gelegenheiten zur Kontaktaufnahme mit potentiellen Arbeitgebern geschaffen werden, etwa durch Stellenbörsen.

          Weitere Themen

          Lieber mit Stechuhr

          Arbeitszeiten : Lieber mit Stechuhr

          Die Akademiker unter den Fachkräften und Führungskräfte arbeiten im Durchschnitt 40 bis 50 Stunden je Woche – jedenfalls in Deutschlands drittgrößter Branche. Ein nicht unerheblicher Teil sehnt sich nach Zeiterfassung.

          Topmeldungen

          Unser Sprinter-Autor: Jasper von Altenbockum

          F.A.Z.-Sprinter : Im Treibhaus der Klimakonferenzen

          Auf der Klimakonferenz in Madrid wird es ernst, mit dem Kohleausstieg allerdings noch nicht – und auch das Klimapaket lässt auf sich warten. Was sonst noch wichtig ist, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.