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Corona verändert das Arbeiten : Die neue Leere

  • Aktualisiert am

In London veranstalten Busfahrerinnen und -fahrer eine Schweigeminute. Bild: dpa

Dünn besetzte U-Bahnen in London, verwaiste Flure bei Google, Rückenweh am Pariser Küchentisch: Das Coronavirus hat unsere Arbeitsweisen radikal verändert – auf der ganzen Welt. Neun Korrespondenten berichten.

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          Vereinigte Staaten: Nießschutz und einsame Flure

          Viele amerikanische Unternehmen berichten in diesen Tagen, das alte Vorurteil, wonach im Homeoffice weniger gearbeitet werde als im Büro, habe sich in der Corona-Zeit revidiert. Das glaubt etwa der amerikanische Internetkonzern Google, dessen Büros derzeit fast leer sind. Der Vorstandsvorsitzende Sundar Pichai schrieb kürzlich in einer internen E-Mail: „Ich weiß, viele von uns haben jetzt wochenlang nonstop gearbeitet und erleben womöglich eine Art Burnout.“ Deswegen sollen Google-Mitarbeiter am 22. Mai einen offiziellen freien Tag kriegen. Google bereitet ebenso wie viele andere Unternehmen eine Rückkehr der Beschäftigten ins Büro vor – aber frühestens im Juni; auch dann sollen vorerst nur 10 bis 15 Prozent gleichzeitig vor Ort sein. Allgemein schmieden die Unternehmen Pläne für den künftigen Alltag. Twitter etwa stellt es seinen Mitarbeitern frei, auch nach Corona auf Wunsch im Homeoffice zu bleiben. Anderswo wird über Büro-Layouts diskutiert, oder über Temperaturmessungen von Mitarbeitern und den Einsatz von „Tracing“-Apps, die verfolgen, welche Kollegen in Kontakt sind. Auch die zuletzt aus der Mode geratenen „Cubicles“ könnten ein Comeback erleben: Bürozellen, die durch mittelhohe Raumteiler voneinander getrennt sind, zuletzt aber zunehmend durch offene Sitzordnungen ersetzt wurden. Nun aber wird wieder über den Einsatz von Barrieren gesprochen, etwa in Form von Plexiglasscheiben als„sneeze guards“ (Nießschutz).

          Von Roland Lindner

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