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Neue Studie : So Homosexuellen-freundlich sind die Dax-Konzerne

  • Aktualisiert am

Eine Regenbogenfahne am Rathaus in Hamburg Bild: dpa

Diversität halten viele Personalmanager für einen wichtigen Erfolgsfaktor für Unternehmen. Ein neues Ranking zeigt, wie stark sich die Dax-Konzerne engagieren.

          2 Min.

          Der Walldorfer Software-Konzern SAP setzt sich einem neuen Ranking zufolge unter den Dax-Konzernen am stärksten für Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle (LSBT) ein. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Uhlala-Group, einem Dienstleister für Diversitäts-Management. Am wenigsten Punkte erhielt der Zahlungsdienstleister Wirecard.

          „Die Unternehmen haben einen standardisierten Fragebogen als Selbstauskunft“ ausgefüllt, erklärt Uhlala zur Methode. Der sei in einem standardisierten Verfahren ausgewertet worden. Zudem habe man öffentlich zugängliches Material verwendet.

          Abgefragt wurde beispielsweise, ob es eine Abteilung gibt, die sich um Diversität im Unternehmen kümmert, ob es ein LSBT-Netzwerk gibt und ob das finanziell unterstützt wird, und inwieweit es spezielle Veranstaltungen und Schulungen zu dem Thema gibt. Außerdem gab es Punkte dafür, wenn Transsexuelle ihren Vornamen innerhalb des Unternehmens auch schon vor der offiziellen Änderung anpassen lassen können und wenn die Unternehmen die umstrittene, sogenannte „inklusive Sprache“ verwenden.

          Wirecard verteidigt sich

          Ernesto Marinelli, Vize-Personalchef bei SAP und regelmäßig in Listen geouteter LSBT-Führungskräfte zu finden, erklärt anlässlich der Bekanntgabe, Vielfalt sei für die Innovationsfähigkeit des Unternehmens wichtig. „Unsere Beschäftigten sollen sich sicher fühlen“, sagt er. „Nur so können sie das Beste geben.“ Im LSBT-Netzwerk von SAP seien 8000 Angestellte aktiv. Insgesamt hat der Konzern etwa 100.000 Mitarbeiter. SAP ist seit Oktober der erste Dax-Konzern, an dessen Spitze eine Frau steht. Jennifer Morgan bildet mit Christian Klein ein Führungs-Duo.

          Wirecard, das den Fragebogen genauso wie sieben weitere Dax-Unternehmen nicht beantwortet hat, jedoch der Untersuchung zufolge im Gegensatz zu den anderen Konzernen kein öffentliches Diversitätsstatement hat und deshalb auf dem letzten Platz landet, teilt der F.A.Z. mit: „Als eines der jüngsten Unternehmen unter den DAX-30 stecken wir aktuell noch mitten im Aufbau unserer LGBTI-Strukturen.“ LGBTI ist das englische Akronym für LSBT, das „I“ steht für „Intersexuelle“, Wirecard wurde im Jahr 1999 gegründet.

          Diversität sei einer der Grundwerte des Unternehmens, heißt es in der Mitteilung weiter, 45 Prozent der Anstellten seien weiblich, in der Führungsebene „sind es immerhin rund 35 Prozent“. Wirecard biete ein „unterstützendes, LGBTI-freundliches Umfeld“.

          Einige der Dax-Konzerne sind nach Angaben von Uhlala Kunden des Dienstleisters. Durch die Standardisierung sei sichergestellt, „dass eine objektive Bewertung aller Unternehmen erfolgte“. Auch Dax-Unternehmen, die in dem Ranking schlecht abgeschnitten haben, seien Uhlala-Kunden.

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