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Inspirierendes Silicon Valley : Abstecher ins Tal der Träume

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Sehnsuchtsort vieler Gründer: San Jose im kalifornischen Silicon Valley. Bild: Getty

Das Silicon Valley zieht nicht nur Informatiker magisch an. Auch Gründer finden an diesem Ort in Kalifornien ein einmaliges Umfeld. Aber wie kommt man am besten dorthin?

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          Die Sache ist mehr als dreißig Jahre her, aber Christian Schäfer gerät immer noch mächtig ins Schwärmen. Er war ja nicht immer Referatsleiter beim Deutschen Akademischen Austauschdienst, sondern auch mal Student. Und wenn er über seine Zeit an der Universität Stanford berichtet, bekommt man entweder Lust auf das nächste Seminar - oder den nächsten Urlaub. Reiseziel Kalifornien. „Der Himmel ist immer blau, die Leute sind gutgelaunt, freundlich und unglaublich positiv“, sagt der Biologe, ehemals Post-Doc in Stanford, südlich von San Francisco, und heute im Referat „Internationalisierung von Forschung und Lehre“ ein Spezialist für den Sehnsuchtsort Silicon Valley. Denn das ist es mehr denn je: begehrtes Ziel von Studenten, Forschern, Jungunternehmern, Projektionsfläche für allerlei Ideen und Träume.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Stanford ist, neben Berkeley, unverändert ein Symbol für die schöpferische Kraft und den Einfallsreichtum dieser Region, auch wenn Apple, Google, Facebook und Co. in der Regel den Takt vorgeben, wenn es um spektakuläre Neuigkeiten, um Rekordgewinne oder neue, futuristische Bauten geht, mit denen die besten Architekten der Welt beauftragt werden. Nach dem Motto: Wir sind das Gelobte Land der Hightech-Elite, wir verändern das Leben aller, und das darf man ruhig auf den ersten Blick sehen. Aber die Universitäten sind meistens das Sprungbrett in dieses Meer der beruflichen Möglichkeiten.

          Das ist auch am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zu hören. Dort, an einer der besten Adressen Deutschlands für Silicon-Valley-Kandidaten, gibt es einen eigenen „Alumniclub San Francisco/Silicon Valley“, der Kontakte herstellt, Praktika vermittelt, Austausch anschiebt. 2009 gegründet, bringen sich heute über 60 Ehemalige verschiedener Fakultäten mit ihrem Netzwerk bei regelmäßigen Treffen oder Vorträgen ein. In Karlsruhe hat sich außerdem eine Hochschulgruppe mit dem vielsagenden Namen „Pioniergarage“ etabliert, die mehrfach im Silicon Valley war und sich vor allem mit dem Thema Unternehmensgründungen beschäftigt. Für all die Informatiker, Wirtschafts-, Maschinenbau- oder Elektroingenieure könnte es keinen besseren Ort für Anschauungsunterricht geben, bilden Gründer, Tüftler, Wissenschaftler und Kapitalgeber hier doch einen Mikrokosmos, wie es keinen zweiten auf der Welt gibt.

          Auch Badener können es im Silicon Valley weit bringen

          Felix Kammerlander und Emil Kabisch waren erst unlängst für zehn Tage mit einer 13-köpfigen Delegation der Pioniergarage im Silicon Valley. Es war die dritte Reise dieser KIT-Gruppe in den vergangenen Jahren. Sie berichten, dass der direkte Weg von einer deutschen Universität dorthin praktisch nicht vorgesehen ist, dass er meistens einen Master-Abschluss in Berkeley oder - mehr noch - in Stanford voraussetzt. Dort gibt es sogar einen „German Stanford Club“. Ein „Kaltstart aus Deutschland“ hierher sei „sehr, sehr selten“, sagen sie.

          Aber die Herkunft von einer deutschen Spitzenuniversität oder gute Leistungen seien ohnehin nicht entscheidend. Vielmehr werde im Valley, wie es lakonisch-lässig heißt, stets nach dem „track record“ gefragt, also nach der Erfahrung mit Geschäftsideen und Unternehmensgründungen. „Bloßes Interesse oder Expertenwissen reicht bei weitem nicht“, sagt Kammerlander. Bei den Karlsruher Stippvisiten werden Universitäten, die quirlige Gründerszene mit kleinen Zehn-Mann-Betrieben, IT-Konzerne wie Google oder Twitter und Kapitalgeber getroffen - klassisches Terrain für Netzwerker.

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