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Serie „Die Karriere googeln“ : Was die Deutschen zum Umgang mit Kollegen wissen wollen

Was tun, wenn die Kollegen mobben?

Das Wichtigste ist, sich nicht als Opfer zu betrachten, sondern zu versuchen, einen kühlen Kopf zu bewahren und zu erkennen, dass Mobbing viel mit schlechten Strukturen und leider auch mit miesen Charakteren zu tun hat – aber nichts mit einem selbst. Das hört sich einfach an, ist aber eine immense Herausforderung für die geschätzt rund 1,8 Millionen, die an ihrem Arbeitsplatz unter ihrer Außenseiterposition leiden. Gar nicht zu reden vom Cyber-Mobbing, von dem ein Drittel aller Schüler betroffen sein soll. Das Tückische am Mobben: Das bösartige Ausgrenzen von Menschen beginnt zunächst meist unauffällig. Da wird mal nicht über eine wichtige Auftragsänderung informiert. Dann wird ein falscher Konferenztermin genannt. Und uuups, da ist ja leider die E-Mail des Stammkunden perdu gegangen.

Bis aber auffällt, das hinter diesen mutwillig inszenierten Ausfällen Methode und System stecken, ist die Situation schon zugespitzt. Deshalb hilft es, ein Mobbingtagebuch zu führen – solche „Pannen“ zu notieren, genau zu registrieren, was schiefläuft, und Beweismaterial zu horten. Es hilft meistens auch, sich Hilfe zu suchen: Vertraute um sich zu sammeln, eigene Truppen um sich zu scharen, über den Verdacht zu reden, ihnen die Augen darüber zu öffnen, dass sich auch Mitläufer schuldig machen und sich nur Schwache instrumentalisieren lassen, um andere in die Isolation zu treiben. Ruhig mal polemisch sagen: Was denkt ihr denn, wenn ich hier weggemobbt bin, wen trifft es denn dann von euch „Hinterbliebenen“? Wer von euch ist der Nächste? Schließlich schädigt Mobbing das ganze Team – diesen Umstand einmal deutlich auszusprechen ist jetzt geboten. Hilft das alles nicht, dann ist ein Gang zum Vorgesetzten angeraten. Und zu Mitarbeitervertretungen, die sind beim Thema Mobbing in der Regel sensibilisiert.

Wie sage ich, dass ich schwanger bin?

Dem Chef zu sagen, dass man schwanger ist – das ist eigentlich total einfach! Man geht zum Chef und sagt: „Ich bin schwanger.“ Das Praktische ist: Vermutlich wird der Vorgesetzte Glückwünsche aussprechen und Freude zumindest heucheln. Klar wird er sich insgeheim so etwas denken wie: „Mist, jetzt brauche ich eine Vertretung.“ Vielleicht wird er sogar innerlich richtig sauer, weil er schon große Pläne mit Ihnen hatte. Aber sagen wird er davon wahrscheinlich nichts. Das macht man einfach nicht. Über Babys freut man sich. Und die meisten Chefs wissen das.

Also durchatmen. Sie brauchen sich über die richtige Formulierung der – guten!!! – Nachricht gar keinen Kopf zu machen. Viel wichtiger: ein paar Gedanken darauf zu verschwenden, wann man das Thema ansprechen sollte und bei wem. Es ist nämlich eine relativ schlechte Idee, erst nur den Lieblingskolleginnen von der Schwangerschaft zu erzählen. Wenn sich die Nachricht vom Baby schon zum Chef weitergetratscht hat, bevor man sie selbst überbringt, macht das einen eher schlechten Eindruck. Man sollte auch nicht warten, bis sich schon ein leichter Babybauch unter dem Pulli hervorwölbt und die Spekulationen ins Kraut schießen. Ein Irrglaube ist es hingegen, dass man dem Unternehmen die Schwangerschaft schon am ersten Tag mitteilen sollte, um in den Genuss des besonderen Kündigungsschutzes zu kommen. Sollte tatsächlich eine Kündigung ins Haus flattern, darf man auch noch bis zu zwei Wochen danach Bescheid geben, dass man schwanger ist. Daher ist es völlig o.k., die ersten drei Monate lang die Schwangerschaft noch für sich zu behalten. Natürlich kann es zuweilen auch dann passieren, dass Gerüchte entstehen; damit sollten Sie rechnen: etwa wenn Sie an der üblichen Geburtstags-Sekt-Runde auf einmal nicht mehr teilnehmen oder beim Team-Weihnachtsmarktbesuch einen Kinderglühwein bestellen.

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