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Sabbaticals : Jeder Fünfte Beschäftigte will mal raus aus dem Trott

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Fernreisen sind ein beliebter Grund, ein Sabbatical zu nehmen. Bild: dpa

Eine Auszeit zum Entspannen, für eine Reise oder für mehr Zeit mit den Angehörigen – für viele Berufstätige hört sich das geradezu traumhaft an. Diese Studie zeigt, welche Arbeitnehmer ihn am ehesten realisieren.

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          Jeder zehnte Deutsche hat schon einmal ein Sabbatical genommen, weitere 21 Prozent liebäugeln damit, das in Zukunft zu tun. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung des sozialen Netzwerks Xing unter 1493 deutschen Arbeitnehmern.

          Kurios ist dabei: Nicht etwa die älteren Beschäftigten sind die typischen Kandidaten für eine Auszeit vom Beruf, sondern eher die jüngeren: Bis zum 40. Lebensjahr ist der Sabbatical-Wunsch der Umfrage zufolge überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Besonders die ganz Jungen fallen dabei auf: Im Alter zwischen 18 und 24 haben schon 14,3 Prozent eine berufliche Auszeit genommen. Bei den 50 bis 59 Jahre alten Arbeitnehmern sind es nur 6,6 Prozent.

          Viele äußern ihren Wunsch nach einer Auszeit gar nicht

          In der Befragung ging es auch darum, wofür die Menschen Auszeiten vom Beruf nutzen; dabei war es auch möglich, mehrere Arten der Sabbatical-Nutzung zu nennen. Mehr als die Hälfte und damit die große Mehrheit gab an, sich während der beruflichen Pause zu erholen – körperlich wie seelisch. 42 Prozent sagten, sie machten eine Fernreise. Für Aus- und Weiterbildung nutzten mit 27,1 Prozent noch fast ein Drittel der Befragten ihr Sabbatical und 12,1 Prozent nutzten ihre Auszeit dafür, sich um pflegebedürftige Angehörige zu kümmern. Übrigens: Eltern nehmen der Umfrage zufolge häufiger ein Sabbatical als Kinderlose. Und Einkommensstarke leisten sich die Auszeit eher als Einkommensschwache.

          Dass Arbeitnehmer überhaupt ein Sabbatical nehmen scheitert in den meisten Fällen daran, dass die Betroffenen ihren Wunsch nach einer Auszeit noch zurückhalten und dem Arbeitgeber nicht kommunizieren. Oft stehen aber auch die Chefs im Weg: 17,2 Prozent der Befragten sagten, dass ihre unternehmen Auszeiten schlicht nicht ermögliche. In fast einem Fünftel der Fälle, in denen ein Sabbatical genehmigt wurde, geschah dies nur mit Einschränkungen und geringerer Dauer.

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