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Recht auf Unerreichbarkeit : BMW-Mitarbeiter erhalten Ausgleich für Smartphonearbeit

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Arbeitnehmer sollen mit ihren Chefs feste Unerreichbarkeits-Regeln ausmachen. So will es der BMW-Betriebsrat. Bild: dpa

VW hat sie schon und auch die Telekom: Regeln gegen ständige Erreichbarkeit von Mitarbeitern per Smartphone in der Freizeit. Jetzt gibt sich auch BMW einen solchen Kodex. Und führt „Mobilarbeitszeit“ ein, die man später ausgleichen kann.

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          Der Automobilhersteller BMW fügt sich in die Reihe der deutschen Unternehmen ein, die sich selbst Regeln auferlegen, um Arbeit vom Smartphone oder Tablet aus in der Freizeit zu begrenzen. Dafür können Mitarbeiter an den deutschen Standorten künftig so genannte „Mobilarbeit“ in ihre Arbeitszeitkonten eintragen. Diese Zeiten können sie sammeln und dafür an anderen Tagen weniger arbeiten oder ganze freie Tage nehmen.

          Das berichtet die Zeitschrift „Spiegel“ unter Berufung auf Aussagen von Betriebsratschef Manfred Schoch. Dieser habe die neue Regelung in einer Betriebsvereinbarung mit dem Konzern ausgehandelt. BMW wolle auf diese Weise die Gefahr verringern, dass Mitarbeiter aufgrund ständiger Erreichbarkeit in der Freizeit gar nicht mehr abschalten können und frühzeitig einen Burnout erleiden. Um dem vorzubeugen soll es nicht nur den Freizeitausgleich über die Arbeitszeitkonten geben, sondern auch feste, mit den Vorgesetzten vereinbarte Zeiten, in denen Mitarbeiter nicht erreichbar sind.

          IG-Metall hätte am liebsten ein Gesetz

          Der Vorstoß des Automobilherstellers ist dabei nicht neu. Schon seit langer Zeit existieren etwa Regelungen gegen eine ständige Erreichbarkeit von Mitarbeitern im VW-Konzern und bei der Telekom. Auch schon vor mehreren Monaten hatte der neue IG-Metall-Chef Detlef Wetzel gar eine gesetzliche Regelung gegen Handy-Stress von Arbeitnehmern in der Freizeit gefordert. Die Koalition solle unterbinden, dass Mitarbeiter überhaupt noch nach Feierabend E-Mails von ihren Chefs aufs ihre Smartphones bekommen.

          Die frühere Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hatte schon Mitte 2012 einen ersten Vorstoß für klarere Regeln zum Umgang mit dienstlichen Handynachrichten gestartet. Sie hatte sich aber an Appelle an Arbeitgeber beschränkt; eine entsprechende Verschärfung des Arbeitsschutzgesetzes wollte die Ministerin nicht einführen. Etwa ein Jahr später führte sie dann immerhin einen Kodex zum Umgang mit Smartphones in ihrem eigenen Ministerium ein.

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