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Arbeitnehmer mit Leseschwäche : Projekt gegen Analphabetismus

  • Aktualisiert am

Buchstabensalat: Vielen Menschen fällt es schwer, komplizierte Texte zu erfassen. Bild: dpa

Vielen Menschen ist es peinlich nicht lesen oder schreiben zu können - im Arbeitsalltag stoßen sie daher häufig an ihre Grenzen. Ein neues Mentoren-Projekt soll helfen.

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          Mit einem bundesweiten Mentoren-Projekt wollen die Gewerkschaften Analphabeten im Berufsleben unterstützen. Das Projekt „Mento“ ist im Südwesten angelaufen, wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Stuttgart mitteilte.

          In Deutschland können laut DGB rund 7,5 Millionen Menschen nur unzureichend lesen und schreiben, allein in Baden-Württemberg sei rund eine Million betroffen. In den Betrieben werde das Problem oft kaschiert - aus Scham oder Angst um den Arbeitsplatz, sagte Andrea Gregor vom DGB.

          Dies sei für die Betroffenen belastend, da sie keine Chance hätten, sich beruflich fortzuentwickeln. Sogenannten funktionalen Analphabeten soll mit einem Netzwerk aus freiwilligen Mentoren im eigenen Betrieb dabei geholfen werden, einen geeigneten Bildungsweg zu finden. Die Betreuer stehen nach DGB-Angaben als Ansprechpartner und Ratgeber für betroffene Kollegen zur Verfügung.

          Prävention gegen Mobbing

          Grundsätzlich könnten alle Beschäftigten die vom DGB angebotene Ausbildung zum Mentor machen. „Mento“ hat in deutschen Betrieben bislang 140 geschulte Helfer im Einsatz.

          Nicht nur die betreuten Mitarbeiter, sondern auch die Unternehmen, profitieren vom Mentorenprogramm, betonte die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Gabriele Frenzer-Wolf. „Langjährige und erfahrene Mitarbeiter werden auf diese Weise gefördert.“

          Außerdem sinke dadurch die Gefahr, dass Menschen mit Lese- und Schreibproblemen zu Mobbingopfern würden. Der DGB mit Sitz in Berlin ist der Dachverband deutscher Gewerkschaften. Das Projekt „Mento“ ist seit der Gründung im Jahr 2013 bereits in acht Bundesländern vertreten. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

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