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Persönlichkeit : Der zweite Eindruck zählt

  • Aktualisiert am

Nur nicht zu schnell urteilen Bild: fotolia.com

Personalchefs sollten sich mehr Zeit bei der Rekrutierung von Bewerbern nehmen, fordert ein Wissenschaftler der Uni Osnabrück. Der erste Eindruck eines Menschen täusche oft - und berge Gefahren fürs Unternehmen.

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          Bei der Auswahl von neuem Personal achten Unternehmen nach Meinung eines Persönlichkeitsforschers zu sehr auf den ersten Eindruck eines Bewerbers. „Nur sehr erfahrene Personalchefs machen sich ein umfassendes Bild von ihrem Gegenüber“, sagte der Persönlichkeitsforscher Julius Kuhl im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der an der Universität Osnabrück lehrende Professor erforscht seit mehr als 20 Jahren die Persönlichkeit von Menschen.

          Kuhl forderte, dass die Personalchefs sich mehr Zeit bei der Rekrutierung von Bewerbern nehmen sollten. „Wenn man allein den ersten Eindruck entscheiden lässt, kann dies äußerst negative Folgen für das Unternehmen haben.“ Nach Angaben von Kuhl verlassen sich die Menschen in der heutigen Gesellschaft zu oft auf die so genannte Erstreaktion und urteilen zu schnell über andere Menschen. „Dabei sagt der zweite Eindruck, die Zweitreaktion, viel mehr über die Persönlichkeit der einzelnen Menschen aus“, glaubt der 60 Jahre alte Forscher.

          Auch die erste Reaktion der Menschen auf Stress gebe nicht zwingend darüber Aufschluss, wie belastbar die jeweilige Person sei. „Es gibt Menschen, die zunächst sehr sensibel auf jeglichen Druck reagieren“, berichtete der Wissenschaftler. „Trotzdem kann es sein, dass diese Menschen problemlos mit Stress fertig werden.“ Im Gegensatz dazu gebe es Menschen, die äußerlich „cool“ auf Druck reagierten, sagte Kuhl. „Doch wenn der Stress zu groß ist, können sich diese sehr selbstbewusst wirkenden Personen in hilflose Wesen verwandeln.“

          Kuhl kritisierte außerdem, dass Führungskräfte bei der Motivation von Mitarbeitern oft Fehler machten. „Oft wollen sie das Ziel zu schnell erreichen und schauen nur auf Ergebnisse“, sagte der Forscher. „Dabei vergessen sie, die Mitarbeiter bei ihrer Arbeit zu begleiten.“ Gerade persönliche Beziehungen spielen laut Kuhl bei der Motivation eine entscheidende Rolle. „Für dauerhaften Ansporn braucht man Menschen im direkten Umfeld, denen man vertrauen kann“, sagte Kuhl.

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