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Perfektion in Corona-Zeiten : Abschied von zu hohen Ansprüchen

Perfektion bringt Arbeitnehmer in Zeiten von Corona nicht weiter: Jetzt sind Improvisation, Kreativität und unkonventionelle Lösungen gefragt. Bild: Thomas Fuchs

Alles hundertprozentig im Griff, volle Leistung erbracht, erstklassige Ergebnisse erzielt! Perfekt zu arbeiten – dieses Ziel haben viele. In Corona-Zeiten einfach unmöglich. Jetzt gilt es, Schritt für Schritt das Unperfekte auszuhalten.

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          Wer 80 Prozent seines Leistungsvermögens abruft und eine gesunde Bereitschaft zur Anstrengung hat, der ist ein guter Arbeitnehmer. Er weiß das aber vielleicht gar nicht. Denn nach wie vor tragen ehrgeizige Menschen ihren Anspruch, bei der Arbeit mindestens 100, besser 120 Prozent zu geben, wie einen Schutzschild vor sich her. Eine schwierige Haltung, gerade jetzt, wo die Stunde der Pragmatiker schlägt und diejenigen zur Hochform auflaufen, die mit Chaos umgehen können.

          Ursula Kals
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          „Nicht alle ehrgeizigen Menschen sind perfektionistisch, und es gibt viele ehrgeizige Perfektionisten – das Spannungsfeld reicht von solchen, die Topleistungen bringen, zu denen, die alles fast zwanghaft hundertprozentig können, wissen und erledigen müssen und nicht auf den Punkt kommen“, sagt Brigitte Scheidt, Karriereberaterin und Psychotherapeutin aus Berlin. „Die Corona-Krise bremst die Perfektionisten aus, die ihren Wert daran messen, dass sie alles möglichst auf allen Gebieten im Griff haben und keine Fehler machen dürfen. Fehler zu machen bedeutet für sie, nicht zu bestehen, und ist meist mit Scham verbunden.“ Zumal, so sagt die Nürnberger Psychologin Sonia Sippel, „sich in einer Krise unsere Eigenschaften noch verschärfen.“

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