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Ostdeutschland : Geförderte Berufsabschlüsse - schlechtere Jobchancen

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Gleichwertige Berufsabschlüsse können dennoch zu schlechteren Berufschancen führen Bild: ddp

Ostdeutsche Jugendliche, die staatlich geförderte Berufsabschlüsse erworben haben, haben schlechtere Chancen auf einen Arbeitsplatz als Absolventen nicht geförderter Ausbildungsgänge. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

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          Ostdeutsche Jugendliche, die staatlich geförderte Berufsabschlüsse erworben haben, haben schlechtere Chancen auf einen Arbeitsplatz als Absolventen nicht geförderter Ausbildungsgänge. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

          Um dem Mangel an Lehrstellen zu begegnen und kleine Betriebe von Ausbildungskosten zu entlasten, wurde in Ostdeutschland ein System staatlich geförderter Berufsausbildung etabliert. Die praktischen Ausbildungsteile werden hier im Netzwerk mehrerer Betriebe oder in überbetrieblichen Ausbildungs­stätten abgedeckt. Und obwohl sie formell gleichwertige Berufsabschlüsse erwerben, haben die so geförderten Jugendlichen der Studie zufolge schlechtere Jobchancen.

          Im Vergleich mit einer Kontrollgruppe, deren Mitglieder ihren Berufsabschluss im üblichen dualen System erworben haben, sei es für geförderte Jugendliche schwieriger, überhaupt eine Arbeit zu finden, berichtet das IWH. Haben sie einen Job gefunden, so entspricht dieser seltener ihrem erlernten Beruf, besteht häufiger in Tätigkeiten für Ungelernte und ist schlechter bezahlt. Dieser negative Einfluss der Förderung lässt vermuten, dass die Arbeitgeber der geförderten Ausbildung und den Jugendlichen selbst weniger zutrauen.

          Mehr Praktikumsbetriebe gefordert

          Aus Sicht der Jugendlichen und der Betriebe ist die geförderte Berufsausbildung ein sinnvolles Instrument zur Qualifizierung und zur bezahlbaren Rekrutierung von Fachkräften. Eva Dettmann, die Autorin der Studie, empfiehlt, mehr Praktikumsbetriebe in das System einzubinden. Dies könnte die Vorurteile gegenüber dieser Ausbildungsform abbauen und würde häufiger eine direkte Übernahme der Auszubildenden ermöglichen. „Gerade für kleine Unternehmen böte sich damit die Gelegenheit, zukünftige Fachkräfte aus dem alternativen System der Ausbildung zu rekrutieren.“

          Datengrundlage ist das Jugendpanel des Zentrums für Sozialforschung Halle (ZSH). Zunächst wurde die Gruppe der Jugendlichen identifiziert, die eine geför­derte Ausbildung durchlaufen haben. Mit Hilfe eines Matching-Verfahrens wurde dann eine nicht geförderte Vergleichsgruppe gebildet, deren Mitglieder ihren Berufsabschluss im üblichen dualen System erworben haben, ansonsten jedoch die gleichen sozio-demographischen und berufsfachlichen Merkmale aufwiesen wie die geförderten Jugendlichen. Auf diese Weise lässt sich der Einfluss der Tatsache, eine geförderte Ausbildung durchlaufen zu haben, auf die Beschäftigungschancen isolieren.

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