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EY-Erhebung : Managerinnen sind in Österreich rar

Blick auf den Stephansdom im Zentrum von Wien Bild: dpa

In Österreich sind in wichtigen Branchen die Spitzenpositionen immer noch Männersache. Auch die geschlechtsspezifische Lohnlücke zwischen Frauen und Männern ist im internationalen Vergleich hoch.

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          In Österreich ist die Steuerung von Unternehmen weiterhin ein männliches Geschäft. Zwar gibt es im öffentlichen Diskurs einen Konsens über Diversität. Doch nur 14 der derzeit 192 Vorstandsmitglieder der im Wiener Börse Index gelisteten Unternehmen sind weiblich, wie das Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) vor Kurzem erhoben hat. Aus Sicht der Arbeiterkammer (der gesetzlichen Interessensvertretung der Arbeitnehmer) rangiert Österreich damit in Europa ziemlich weit hinten. Nur Luxemburg sei mit vier Prozent noch schlechter aufgestellt als Österreich. Auch in einer anderen Liste, bei den 200 umsatzstärksten Unternehmen des Landes, gibt es wenige Frauen, der Anteil der Geschäftsführerinnen beträgt neun Prozent.

          Michaela Seiser
          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          In den Aufsichtsräten, die einer Quote unterliegen, kommen Frauen auf einen Anteil von 28,6 Prozent. Zwar habe es in den zurückliegenden Jahren hier Fortschritte gegeben. Doch jedes fünfte Unternehmen erfülle die Quote nach wie vor nicht, resümiert EY. „Beim Blick auf den Frauenanteil in den Vorständen der österreichischen börsennotierten Unternehmen zeigt sich seit mehreren Jahren das gleiche triste Bild der Stagnation: Das massive Ungleichgewicht scheint zementiert, Frauen bleiben exotische Ausnahmen in Chefetagen. Aktuell sind immer noch mehr als drei Viertel der Vorstände reine Männervereine“, sagte EY-Partnerin Helen Pelzmann.

          Corona-Pan­demie verschärft Unterschiede

          Frauen in der Chefetage gibt es vor allem in der Konsumgüterbranche mit einem Anteil von beinahe einem Viertel. Danach folgen die IT-Branche (9,1 Prozent) und die Finanzbranche (7,4 Prozent). Keine einzige Frau findet sich hingegen an der Spitze der österreichischen börsennotierten Automobil-, Immobilien-, Rohstoff-, Telekommunikations- und Transportunternehmen.

          In Österreich ist auch die geschlechtsspezifische Lohnlücke zwischen Frauen und Männern im internationalen Vergleich hoch. Frauen verdienen nach Angaben der Behörde Statistik Austria rund ein Fünftel je Stunde weniger als Männer. Angesichts der Corona-Pan­demie und ihrer Folgen droht dieser Un­terschied bei den Einkommen wieder zu wachsen, warnt das Österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO). Denn die rückläufige Beschäftigung und die steigende Arbeitslosigkeit wirkten sich für Frauen stärker als für Männer langfristig negativ auf das Einkommen aus, ausgehend von einem geringeren Niveau.

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