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Nervöse Eltern, überbehütete Kinder: Wie viel Förderung ist gut? Bild: Sebastien Thibault

Nervöse Mittelschicht-Eltern : Macht euch locker!

Babyschwimmen, Bastelkurs, Ballett: Mittelschicht-Eltern sind nervöser denn je. Was braucht mein Kind, um später im Beruf und im Leben erfolgreich zu sein?

          6 Min.

          Die Diskussion war schnell beendet. Für den Elternabend im Kindergarten hatten sich mehrere Eltern vorgenommen, über ein sinnvolles Vorschulkonzept zu diskutieren. Dann sagte ein Vater: „Ich bin so froh, dass die noch ein Jahr spielen können.“ Und schon verstummten die Kritiker, auch weil sie unsicher wurden. Was ist richtig: frühe Förderung oder freies Spiel? Ausschneiden im Sitzen oder Vater-Mutter-Kind im Stehen? Und hat die Antwort eine Auswirkung auf die beruflichen Chancen eines Kindes?

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Erziehung ist wie Fußball. Da jeder sie erlebt hat, glaubt auch jeder, dazu eine fundierte Meinung zu haben. So wie 80 Millionen Trainer meinen, besser als Joachim Löw zu wissen, welcher Wechsel in der 60. Minute eines Spiels richtig wäre, ist es auch in Erziehungsfragen. Trotzdem wird externer Rat gesucht. Die Regale der Buchhandlungen sind mit Ratgebern voll. Die derzeitige Strömung empfiehlt Eltern, Grenzen zu setzen. Geschrieben sind diese Bücher von Pädagogen, Psychotherapeuten, Ärzten und Praktikern. Sie zeichnet aus, dass ihre Wahrnehmung der Realität meist durch eine Negativselektion von Patienten und Betroffenen geprägt ist – also den Extrembeispielen. Diese Vielstimmigkeit und das tendenzielle Schwarzmalen der Fachleute führt zu großer Verunsicherung.

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