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Modellprojekt in Württemberg : Gutscheine für die angemeldete Putzfrau

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Unterstützung für gestresste Mamas und Papas: Legale, angemeldete Haushaltshilfen per Gutschein-System. Bild: dpa

Kinder versorgen, arbeiten gehen und nebenher noch den Haushalt schmeißen. Viele Menschen fühlen sich davon überfordert. Doch jenseits des Schwarzmarkts sind nur schwer Hilfen zu bekommen. Dieses Modellprojekt verspricht nun eine Lösung.

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          Im Rahmen eines Modellprojekts in Baden-Württemberg sollen Beschäftigte, die Kinder oder Angehörige betreuen, unterstützt werden. Sie erhalten Gutscheine für Hilfen beim Putzen, Bügeln oder Wäschewaschen, wenn die entsprechenden Arbeitskräfte ordnungsgemäß angemeldet werden. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag mit. Sie ist Initiatorin des Projekts, gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium, dem baden-württembergischen Arbeitsministerium und der Stiftung Diakonie Württemberg. Der Versuch konzentriert sich auf die Städte Aalen und Heilbronn.

          Beschäftigte, die ihre Wochenarbeitszeit erhöhen, erhalten dort einen Zuschuss von acht Euro je Stunde für die Haushaltshilfe. Die Gutscheine geben die Arbeitsagenturen vor Ort aus. Sie können bei Dienstleistungsunternehmen eingelöst werden, die ihr Personal sozialversicherungspflichtig beschäftigen.

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          Die Idee stammt nach Angaben des Bundesfamilienministeriums aus Belgien und soll gleichzeitig zur Bekämpfung von Schwarzarbeit beitragen. Der Großteil der Haushaltshilfen in Deutschland arbeitet nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln schwarz. Demzufolge sind schätzungsweise zwischen 75 und 83 Prozent der im Haushalt beschäftigten Helfer nicht angemeldet.

          In dem neuen Modellprojekt werden Wiedereinsteiger unterstützt, die in Teilzeit arbeiten, aber auch Berufstätige, die entweder ihre Arbeitszeit wegen der Betreuung Angehöriger reduzieren müssen oder ihre Teilzeit ausbauen möchten.

          Das Projekt ist schon im März gestartet und läuft bis Februar 2019. Die Kosten liegen bei 1,6 Millionen Euro. „Mit professioneller Hilfe im Haushalt wird es leichter Beruf und Familie zu vereinbaren„ sagte Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium. „Unser Ziel ist es, qualifizierte Frauen, die stark in die Familienarbeit eingebunden sind, aber gerne wieder - oder wieder mehr - arbeiten würden, zu unterstützen.“ Auf der anderen Seite stärke das Modellprojekt die Dienstleistungsunternehmen und bekämpfe wirksam Schwarzarbeit.

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