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Mobilität im Beruf : Viele pendeln von Ost- nach Westdeutschland

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Ständig im Stau: Das ist das Schicksal vieler Berufspendler. Bild: dpa

Für ihren Arbeitsplatz pendeln noch immer Hunderttausende von Ost- nach Westdeutschland. Das zeigen neue Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Die Ost-West-Pendler sind sogar zahlreicher geworden als früher.

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          Die Zahl der Berufspendler in Deutschland ist Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zufolge in den letzten Jahren stark gestiegen. Noch immer pendeln wesentlich mehr Beschäftigte aus Ostdeutschland zum Arbeiten in die westlichen Bundesländer als in umgekehrter Richtung. 2015 gab es mehr als drei Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die ihren Arbeitsort nicht in dem Bundesland hatten, in dem sie wohnten. 1999 traf dies erst auf 2,2 Millionen Arbeitnehmer zu.

          Das ergibt sich einem Bericht der „Passauer Neuen Presse“ zufolge aus Daten, die die Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage von Linksfraktionsvize Sabine Zimmermann zur Verfügung gestellt hat. Demnach pendelten im vergangenen Jahr knapp 400.000 ostdeutsche sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in den Westen, 1999 waren es rund 308.000. Aus Westdeutschland kamen im Jahr 2015 etwa 134.500 Beschäftigte zum Arbeiten in den Osten.

          Damit ist die Zahl derjenigen, die von Ost- nach Westdeutschland pendeln auch im Vergleich zum Vorjahr noch einmal stark angestiegen: Der DGB hatte im Februar unter Berufung auf Zahlen aus dem Jahr 2014 von gut 327.000 Menschen berichtet, die von Ost- nach Westdeutschland pendelten.

          Dabei sind die Nachteile des Pendelns, insbesondere über weite Strecken, mittlerweile schon oft in Studien thematisiert worden. Eine Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) zeigt etwa: Fernpendler, die für den einfachen Weg zur Arbeit länger als eine Stunde brauchen, sind kränker als Menschen, die sich für einen Umzug entschieden. Als Hypothesen, warum das so ist, nennen Mediziner erhöhten Stress, weniger Bewegung, weniger Zeit für Vorsorgeuntersuchungen und erhöhtes Ansteckungsrisiko in Bussen und Bahnen.

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