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Die Karrierefrage : Wie lerne ich, empathisch zu sein?

Bild: Cyprian Koscielniak

Mitgefühl statt Machtkampf: klingt menschlich und modern. Ob es für die Karriere klug ist, einfühlsam zu sein, steht auf einem anderen Blatt.

          6 Min.

          „Wie geht es Ihnen?“, fragt der Kollege. Nun ja, mau, das Dossier öde, Erkältung im Anflug, aber wir sagen höflich: „Danke, gut. Und selbst?“ Denn wir sind im Büro, professionell, nicht privat unterwegs, und nehmen die freundliche Frage als Floskel wahr. Ist das jetzt unempathisch? Lässt sich Empathie lernen? Und falls ja, ist das – rein beruflich gesehen – überhaupt ratsam? Laut Duden ist Empathie die „Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen“. Grundsätzlich klingt das menschlich und zeitgemäß. Noch dazu, wo sich ein anderes Schlagwort aufdrängt, das der Achtsamkeit. Wer empathisch zuhört, widmet seinem Gesprächspartner seine Aufmerksamkeit, ist ihm zugewandt, konzentriert und interessiert. Teils ist Empathie angeboren und genetisch bedingt, wobei Frauen empathischer sind als Männer, sie wird aber auch von frühkindlichen Erfahrungen geprägt.

          Ursula Kals
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Diese Haltung ist populär in Zeiten fortgeschrittenen Rüpeltums, Rettungsgassenverstopfens, Unfallgaffens und Hasskommentierens. Wer mag sich nicht davon abgrenzen und in der agilen Arbeitswelt empathisch erscheinen? Emotionale Intelligenz hilft, angemessen zu reagieren. Diese Resonanzfähigkeit treibt Karrieren voran, belegt eine Studie von Gerhard Blickle. Der Bonner Psychologieprofessor spricht von einer „Emotionserkennungsfähigkeit“ und hat mit einer Studie nachgewiesen: Wer sich gut in die Gefühle anderer versetzen kann, kommt im Arbeitsleben rascher voran, kann Situationen besser beurteilen, Fettnäpfchen vermeiden und Kollegen motivieren. Immer vorausgesetzt, dass er ehrgeizig genug ist, Karriere machen zu wollen.

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