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Unproduktive Meetings : Konferenzen sind ein Konzentrations-Killer

  • Aktualisiert am

Ab in den Besprechungsraum? Oh nein! Bild: Frank Röth

Wenn eine Aufgabe nicht auf den ersten Blick lösbar scheint, ist die erste Idee oft: Lasst uns ein Meeting veranstalten. Das ist nicht immer die beste Lösung.

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          Kaum ist man im Büro angekommen, hängt der erste Geschäftspartner am Telefon. Kaum hat man aufgelegt, steht die Morgenbesprechung an. Wenn gerade mal keine Konferenz ist und das Telefon ausnahmsweise schweigt, steht bestimmt ein Kollege in der Tür und will irgendetwas.

          Weil viele Beschäftigte ihre Arbeitszeit so oder so ähnlich empfinden, hat das Beratungsunternehmen Korn Ferry versucht, das Phänomen einmal in Zahlen zu fassen. Heraus kam: Ungefähr zwei Drittel der Beschäftigten finden, dass sie zu viel Zeit in Meetings verbringen, die sie von der eigentlichen Arbeit abhalten.

          Trotzdem fühlt sich mehr als ein Drittel der Arbeitnehmer verpflichtet, interne Konferenzen zu besuchen. 35 Prozent der Befragten sagen, sie gehen auch zu Meetings, von denen sie im Vorfeld schon wissen, dass sie nichts bringen werden. Erschreckend: Jeder Fünfte sagte, er verbringe jede Woche mindestens fünf Stunden in unproduktiven Besprechungen.

          Besser fänden viele Beschäftigte Vier-Augen-Gespräche mit ihren Vorgesetzten oder Kollegen. 20 Prozent plädieren für konzentrierte Einzelarbeit, in der sie ganz unabhängig von anderen tätig sein können.

          In der Umfrage, in der sich insgesamt 1945 Berufstätige zum Thema äußerten, gab einer von fünf Befragten an, nur die Hälfte des Arbeitstages mit produktiven Tätigkeiten zu verbringen. Ein rundes Drittel sind die allermeiste Zeit produktiv (90 Prozent des Tages) und ein weiteres Drittel der Befragten sagen, sie verbringen etwa 70 Prozent des Arbeitstages mit produktiver Arbeit. Acht Prozent sind sogar so selbstbewusst zu behaupten, den ganzen Tag lang, also 100 Prozent der Arbeitszeit produktiv zu sein. 

          Thomas Faltin, Seniorpartner und Fachmann für Organisationsdesign bei Korn Ferry, hat daran so seine Zweifel. „Auch wenn das einige Befragte angegeben haben: Niemand ist zu 100 Prozent eines Tages produktiv“, sagt er. „Das kann in Spitzenzeiten eine limitierte Anzahl an Tagen möglich sein, das könnte aber niemand langfristig durchhalten.“ 70 Prozent sei grundsätzlich ein realistischer Wert.

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