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Manager : Wo Kaeser & Co. studiert haben

Hier haben insgesamt 5 Dax-Vorstandsvorsitzende studiert: die RWTH in Aachen. Bild: dpa

Die Biographien der Dax-30-Vorstände zeigen: Elitäre Kaderschmieden spielen in Deutschland eine geringere Rolle als anderswo.

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          Deutsche Spitzenmanager mögen es bodenständig. Während sich in Frankreich, Amerika und Großbritannien in den Chefetagen die Absolventen einschlägig bekannter Elite-Universitäten tummeln, treffen sich in deutschen Vorstandsgremien vornehmlich Absolventen staatlicher Universitäten aus München, Aachen, Karlsruhe und Hannover. „Die Studienorte der deutschen Spitzenmanager streuen sich über das ganze Land“, sagt der Headhunter Michael Proft von der Personalberatung Odgers Berndtson. Noch immer scheint zu gelten: Ein klangvoller Uni-Name kann zwar beim Berufseinstieg behilflich sein, doch nach einigen Jahren fragt kaum noch jemand, wo die Kandidaten ihre Abschlüsse erworben haben. „Wir haben in Deutschland keine wirklichen Elite-Universitäten“, sagt Proft.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Sein Unternehmen hat die Lebensläufe der 190 Vorstände der 30 Dax-Unternehmen genauer untersucht. Tatsächlich haben die deutschen Spitzenmanager an Universitäten quer durch die Republik studiert, „vornehmlich jedoch im südwestdeutschen Raum, allen voran in München“, heißt es in der Untersuchung. Doch selbst dort hält sich die Ballung in Grenzen. In der bayerischen Hauptstadt haben zwar immerhin 9 der 190 Vorstandsmitglieder studiert, sechs davon an der Ludwig-Maximilians-Universität, drei an der Technischen Universität, doch die beiden Münchener Universitäten zählen mit rund 50 000 (LMU) und 40 000 (TU) Studierenden ohnehin zu den größten Universitäten in Deutschland. Die Zahlen überraschen daher kaum, zumal eine Reihe anderer Universitäten ähnlich viele Spitzenmanager hervorgebracht haben.

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