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Management : Wenn Chefs nicht führen können

Bild: F.A.Z. - Cyprian Koscielniak

Wer genießt nicht gerne mehr Macht, mehr Geld? Personalführung als eigenständige Aufgabe haben längst nicht alle Gipfelstürmer auf ihrer Rechnung. So ist der Ärger über Chefs groß. Doch es lässt sich leben mit ihnen - meistens.

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          Der durchschnittliche Mitarbeiter lästert vier Stunden pro Woche über seine Vorgesetzten, hat das Münchener Geva-Institut herausgefunden. "Das sind in einem Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern 4000 Lästerstunden in der Woche", sagt der Hamburger Karriereberater Martin Wehrle. Warum das so ist? Viele Chefs erklären Mitarbeiterführung zur Neben-, nicht aber zur Chefsache. Bloß weil sie fachlich gut sind, sind sie aber noch lange keine guten Vorgesetzten.

          Ursula Kals

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          "Einige Chefs leben nach dem Prinzip: Ich führe, also bin ich", erklärt die Frankfurter Psychologin Felicitas von Elverfeldt und beobachtet in ihren Coachings, dass sich dieses Haltung gerade im Topmanagement verschärft und sich Chefs isolieren: "Je höher die Hierarchieebene, desto seltener wird ehrliches und offenes Feedback gegeben. Stattdessen gibt es vorauseilenden Gehorsam. Viele Mitarbeiter, teilweise selbst Führungskräfte, leiden unter ihren Vorgesetzten frei nach dem Motto: Bei uns ist die Hölle oben und der Himmel unten", sagt Psychologin Felicitas von Elverfeldt.

          „Das geht nicht rein kognitiv“

          Angestellte zu motivieren, sie zu fördern und zu fordern, das betrachten manche Chefs nicht als ihr Feld. "Häufig ist es nicht im Bewusstsein von Führungskräften, dass Führen eine eigenständige Aufgabe ist. Personalverantwortung zu übernehmen bedeutet vor allem, Beziehungsarbeit zu leisten. Das muss man lernen, das geht nicht rein kognitiv", sagt Brigitte Scheidt. Die auf Karrierethemen spezialisierte Diplompsychologin erfährt in ihrer Berliner Praxis oft, "dass viele auf diese Aufgabe nicht vorbereitet sind".

          Sie kennt das Dilemma: die hohen Erwartungen der Mitarbeiter einerseits und andererseits Chefs, denen auch ein rasch gebuchter zweitägiger Managementkurs nicht über die Fallstricke des Führungsalltags hinweghilft. Die Ansprüche der Mitarbeiter an ihren Chef sind in der Regel hoch: Er soll Autorität besitzen, fachlich gut und menschlich verständnisvoll, jedoch fair und gerecht sein - was immer das im Einzelfall genau heißen mag. "Alle Mitarbeiter haben implizit eine Idee, wie ein guter Chef zu sein hat, und sind frustriert, wenn die Realität anders ist", sagt die Psychotherapeutin.

          Chef-Typen wie Schubladen

          Chefs lassen sich in bestimmte Typen einteilen. Natürlich funktionieren die meisten nicht schubladengerecht, sondern verkörpern Mischtypen. Durch die Schematisierung lassen sich Tendenzen ausmachen. So wie diese vier: Da gibt es zum Beispiel diejenigen Vorgesetzten, die nach ihrem formalen Aufstieg ihre Rolle nicht annehmen und extrem nachgiebig werden. Sie versuchen, es allen recht zu machen, denn sie wollen geliebt werden. Sie üben sich in der Quadratur des Kreises.

          Problematisch ist auch Typ zwei. Er fühlt sich in seiner neuen Rolle nicht wohl und kompensiert seine Unsicherheit, indem er autoritär agiert, erfüllt von dem Gedanken: Die sollen mit mir nicht Schlitten fahren und mir nicht auf der Nase herumtanzen!

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