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West und Ost : Gleiche Arbeit, weniger Geld

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Wie viel Einheit ist da wirklich? Was die Gehälter betrifft, anscheinend mehr als in der Vergangenheit. Bild: dpa

Gleich mehrere Gehalts-Untersuchungen kritisieren: Zwischen West und Ost gibt es noch große Unterschiede. Wo sie am stärksten sind, woran das liegen könnte und ob sich die Lage gebessert hat.

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          Auch im gleichen Beruf verdienen Menschen in Ostdeutschland häufig weniger als jene in Westdeutschland. Zu diesem Ergebnis kommen gleich mehrere Untersuchungen anlässlich des nahenden Tages der Deutschen Einheit.

          So hat die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung herausgefunden, dass der Lohnabstand bei Beschäftigten gleichen Geschlechts, im gleichen Beruf und mit vergleichbarer Berufserfahrung 16,9 Prozent beträgt. Einer der Gründe ist nach Ansicht der Forscher, dass in Ostdeutschland weniger Beschäftigte nach einem Tarifvertrag bezahlt werden – 45 Prozent der Beschäftigten statt 56 Prozent im Westen.

          „Bei den Tariflöhnen haben die Gewerkschaften inzwischen eine weitgehende Angleichung zwischen Ost und West durchsetzen können“, sagte Studienautor Malte Lübker. Die Stiftung wertete für ihre Studie 175.000 Datensätze aus. Gemäß der Untersuchung sind die Löhne in Sachsen besonders niedrig, während der Rückstand in Brandenburg mit 13,9 Prozent am niedrigsten ist.

          Der vergangene Woche vorgestellte Jahresbericht der Bundesregierung zur deutschen Einheit verweist allerdings darauf, dass die Lohnunterschiede seit Jahren kleiner werden. Das zeigen auch Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die allerdings nur bis zum Jahr 2018 reichen (siehe Grafik). Demnach ist die Kluft in der jüngeren Vergangenheit wieder kleiner geworden.

          Einen ähnlichen Tenor hat eine weitere Erhebung: Die Betreiber des Internetportals „Gehalt.de“ haben 188.532 Gehaltsdaten von Fachkräften ausgewertet und dabei die Region, die Branche und den Beruf berücksichtigt. Das Ergebnis: Das Gehaltsgefälle zwischen West und Ost ist dieser Auswertung zufolge zwar noch größer und beträgt aktuell rund 23,3 Prozent. Aber auch hier ist es über die Zeit geschrumpft: Im Jahr 2017 habe es noch bei 25 Prozent gelegen.

          Den Gehaltsfachleuten zufolge liegt das jährliche Durchschnittseinkommen auf Basis dieser Daten in den ostdeutschen Bundesländern bei 38.300 Euro brutto und in den westdeutschen Bundesländern bei 47.300 Euro brutto. Vergleicht man nur die ostdeutschen Länder miteinander, so erhalten dieser Auswertung zufolge die Beschäftigten in Berlin die höchsten Gehälter, gefolgt von Thüringen. Mecklenburg-Vorpommern schnitt am schwächsten ab.

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