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Lebenslanges Lernen : Jüngere bilden sich eher weiter

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Jüngere nutzen mehr Weiterbidlungsangebote Bild: Picture-Alliance

Rund ein Fünftel der älteren Arbeitnehmer sagt: Weiterbildung ist in der derzeitigen Krise für sie unwichtiger geworden. Damit verschärft Corona die Kluft zwischen Jung und Alt.

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          In Sachen berufliche Weiterbildung vergrößert die Corona-Krise die Kluft zwischen Jung und Alt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Befragung unter 1004 Angestellten in Deutschland, die zwischen dem 7. und 17. Dezember des vergangenen Jahres stattfand. Rund ein Fünftel der Befragten, die 56 Jahre alt oder älter waren, sagten, Weiterbildung sei für sie in der Pandemie weniger wichtig geworden. Bei den unter 35-Jährigen sagten das gerade mal 5 Prozent. Dabei sind die Älteren ohnehin schon zögerlicher, sich im Beruf fortzubilden. Unter ihnen finden rund zwei Drittel Weiterbildung generell wichtig, während unter den Jüngeren 87 Prozent dieser Meinung sind.

          Dabei hat gerade erst in der vergangenen Woche die Unternehmensberatung McKinsey eine neue Prognose veröffentlicht, der zufolge bis zum Jahr 2030 rund 10,5 Millionen Arbeitnehmer vor grundlegenden Veränderungen stehen. 6,5 Millionen Menschen werden sich demnach „erhebliche neue Fähigkeiten und Qualifikationen aneignen oder sich umschulen“ müssen. Schuld seien vor allem Digitalisierung und Automatisierung.

          Generell erkennen viele Mitarbeiter den Wert von Weiterbildung durchaus. 78 Prozent der Befragten in der Forsa-Studie, die der Weiterbildungsanbieter Haufe-Akademie in Auftrag gab, hielten es für wichtig oder sehr wichtig, durch Fortbildungen beruflich am Ball zu bleiben. 60 Prozent der Beschäftigten haben im vergangenen Jahr auch tatsächlich eine Weiterbildung besucht. Was vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie erstaunt: 82 Prozent der Weiterbildungen finden noch immer als Präsenzveranstaltungen statt, obwohl sich 88 Prozent der Befragten entweder rein digitale Angebote oder zumindest eine Mischung aus Online- und Präsenzphasen wünschen. Danach gefragt, welche Arten von Fort- und Weiterbildungen Arbeitnehmer zuletzt genutzt haben, antworteten die meisten, es seien interne digitale Weiterbildungen mit Kollegen oder im Team gewesen. Allerdings führen fast ein Drittel der Befragten als Grund gegen Online-Seminare an, dass sie sich in einer Vor-Ort-Veranstaltung besser konzentrieren könnten.

          Kurzarbeit zur Weiterbildung nutzbar

          Während der derzeitigen Krise lassen sich auch eventuelle Kurzarbeits-Phasen für Weiterbildungen nutzen. Nach Angaben des Ifo-Instituts waren im Januar rund 2,6 Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit. Wird diese Zeit zur Weiterbildung genutzt, entstehen den Betroffenen keine finanziellen Nachteile.

          Dafür gibt es seit Jahresbeginn 2021 sogar einfachere Regeln und neue Fördertöpfe. Nach Angaben des bundesweit tätigen Weiterbildungsdienstleisters Berlitz kann die Förderung für alle neuen Weiterbildungen seit dem 1. Januar beantragt werden. Geschäftsführer Mattias Schwarz zufolge gilt die neue Regelung jetzt auch unabhängig von Betriebsgröße, Qualifikation und Alter der Beschäftigten.

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