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Lebenseinkommen : Bachelor und Master lohnen sich – meistens

Wo soll die Reise hingehen – und was zahlt sich finanziell aus? Bild: Picture-Alliance

Mit Lebenseinkommen lässt sich zeigen, ob und ab welchem Alter sich höhere Abschlüsse lohnen. Bei solchen Rechnungen kommt viel Erwartbares heraus – aber es gibt auch einzelne Überraschungen.

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          „Ein Studium ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit.“ Dieser Satz ist weit verbreitet. Akademische Laufbahnen haben deshalb Konjunktur; in vielen Ausbildungsberufen mussten Unternehmen in den vergangenen Jahren zunehmend um Bewerber kämpfen. Die Corona-Krise mag die Bewerber-Engpässe etwas entspannt haben, gute Argumente bleiben im Wettbewerb um Talente trotzdem wichtig. Eine zentrale Frage in diesem Zusammenhang ist die nach dem Gehalt. Um wie viel besser stehen Akademiker eigentlich mit Blick auf das Einkommen aufs ganze Berufsleben gerechnet da – vor allem, wenn man bedenkt, dass Menschen mit Berufsausbildung viel früher ins Arbeitsleben starten können?

          Nadine Bös
          (nab), Beruf & Chance, Wirtschaft

          Antworten auf diese Frage liefert eine neue Analyse der Vergütungsfachleute der Internetplattform Gehalt.de, der mehr als 740.000 Gehaltsdatensätze zugrunde liegen und die der F.A.Z. vorab vorliegt. Die darin verwendeten sogenannten Lebenseinkommen beruhen auf den zusammengerechneten Jahresgehältern des ganzen Berufslebens. Ausgewertet wurden dafür die Einkommen, die Nutzer der Plattform freiwillig im Internet angaben – je nach Qualifikation mit unterschiedlichen Startzeitpunkten und größtenteils in Fünfjahresschritten. Im großen Durchschnitt sieht das Ergebnis für alle Verfechter einer soliden Berufsausbildung zunächst ernüchternd aus: Akademiker haben klar die Nase vorn und erzielen im Schnitt ein Lebenseinkommen von rund 2,85 Millionen Euro, während Fachkräfte nur auf rund 1,9 Millionen Euro kommen.

          Allerdings sind die Fachkräfte aufgrund ihres früheren Berufseinstiegs in jungen Jahren etwas im Vorteil: Während Bachelor-Absolventen mit 25 Jahren im Schnitt auf ein kumuliertes Einkommen von rund 122.000 Euro kommen und Master-Absolventen in diesem Alter üblicherweise überhaupt erst anfangen zu arbeiten, liegt das kumulierte Einkommen von Fachkräften mit 25 Jahren schon bei rund 132.000 Euro. Wer also mit Mitte 20 rasch auf eigenen Füßen stehen will, hat als Fachkraft einen Startvorteil.

          Bild: Brocker

          Zu differenzieren ist auch zwischen Berufen und Branchen. „Berufe, die einen akademischen Abschluss erfordern, werden grundsätzlich höher vergütet, da sie komplexer sind und häufig Personal- und Umsatzverantwortung beinhalten“, sagt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de. „Doch auch Beschäftigte mit einer Ausbildung können lukrative Gehälter erzielen – insbesondere in Führungspositionen wie beispielsweise Leiter und Leiterinnen in der Logistik.“ Sie bringen es im Schnitt auf ein Lebenseinkommen von rund 3,9 Millionen Euro und schneiden damit deutlich besser ab als der durchschnittliche Master-Absolvent.

          Die Auswertung zeigt auch, wie viel mehr Einkommen ein Master-Abschluss im Schnitt im Vergleich zu einem Bachelor-Abschluss bringt: Das kumulierte Einkommen liegt für Bachelor-Absolventen im Schnitt bei rund 2,6 Millionen Euro, für Master-Absolventen bei rund 2,9 Millionen Euro.

          Zudem liefern die Daten einen Vergleich zwischen den Geschlechtern: „Bei weiblichen Beschäftigten beobachten wir ab dem 35. Lebensjahr eine Stagnation des Gehalts“, sagt Bierbach. Für viele sei dies die Zeit der Familiengründung, in der sie beruflich kürzertreten. Aufholen können die Frauen über ihr ganzes Leben gerechnet im Durchschnitt nicht. Ihr kumuliertes Einkommen über alle Abschlüsse hinweg liegt bei rund 1,7 Millionen Euro, während Männer auf rund 2,4 Millionen Euro kommen. „Im fortgeschrittenen Alter ist der Faktor Personalverantwortung ausschlaggebend für das weitere Lohnwachstum“, sagt Bierbach. „Da der Anteil der weiblichen Führungskräfte nach wie vor geringer ist, erreichen die Gehälter für Frauen mit Anfang 40 ein Plateau.“

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