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Krankschreibungen : Mythos Männerschnupfen

  • Aktualisiert am

Schnupfen - ein Grund für Bettruhe? Bild: dpa

Wenn Männer eine Erkältung bekommen, sind sie viel wehleidiger als Frauen, sagt der Volksmund. Die Auswertung einer Krankenkasse zeigt nun: Das genaue Gegenteil könnte der Fall sein.

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          „Männerschnupfen“ nennt sich das Phänomen im Volksmund. Gemeint ist eine gewöhnliche Erkältung, unter der Männer allerdings angeblich viel mehr leiden als Frauen. Aber stimmt das wirklich? Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) hat ihre internen Daten einmal auf die Frage hin ausgewertet, wie oft welches Geschlecht sich eigentlich wegen Erkältung krankschreiben lässt.

          Das Ergebnis: Deutlich mehr Frauen als Männer erhalten einen Krankenschein wegen Erkältungskrankheiten. Von Dezember 2015 bis März 2016 seien 59.338 Frauen und 36.044 Männer aus diesem Grund dem Arbeitsplatz ferngeblieben, teilte die KKH am Donnerstag in Düsseldorf mit. Hochgerechnet auf die gesamte Bevölkerung fehlte im vergangenen Winter rund jeder zehnte Berufstätige wegen einer Erkältungskrankheit bei der Arbeit.

          Häufiger krank - oder häufiger zum Arzt?

          Ob Frauen sich häufiger eine Erkältung zuziehen als Männer oder ob sie nur häufiger deswegen zum Arzt gehen und sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung holen - das freilich zeigen die Daten nicht. Zumindest aber legen sie nahe, dass Männer keinesfalls mit jedem leichten Schnupfen gleich im Bett bleiben.

          Im Zweifelsfall allerdings sei es sinnvoller, sich zu Hause auszukurieren, als einen Infekt zu verschleppen und dadurch ernsthaft zu erkranken und auch noch andere anzustecken, sagte Gerd Peters von der KKH. Jeder Arbeitnehmer müsse aber für sich selbst entscheiden, ob er trotz einer Erkältung noch seiner Arbeit nachgehen könne.

          Schnupfen allein sei kein Grund für eine Krankschreibung. Ein guter Indikator seien Schmerzen und die Frage, wie schlapp man sich fühle. Bei Fieber sollten Arbeitnehmer auf jeden Fall zu Hause bleiben.

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