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Benjamin Fischer

Kolumne „Nine to Five“ : Multitasking mit Tücken

Im Homeoffice ist die Trennung von Arbeit und Privatleben oft nicht einfach. Bild: dpa

Während den obligatorischen Telkos lässt sich im Homeoffice alles Mögliche nebenher erledigen. Doch auch nach fast einem Jahr Pandemie hapert es bei einigen im Umgang mit der Stumm-Taste.

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          Schreiben, lesen, kochen, essen oder spülen – alles irgendwie machbar während der dritten Telko des Tages. Munteres Multitasking erscheint im Homeoffice gleich noch attraktiver. Schaut ja keiner hin. All das ist natürlich nur bedingt zu empfehlen, wenn der Umgang mit der Stumm-Taste nach wie vor nicht eingeübt ist.

          Nun möchte man meinen, nach fast einem Jahr Pandemie sollte deren geographische Lage mittlerweile breite Bekanntheit erlangt haben. Die Realität in allerlei Telefonrunden oder Video-Konferenzen sieht freilich bisweilen anders aus. Munter klappernde Tastaturen und ihre hektisch atmenden Bediener sind da noch das geringste Übel. Wer ist nicht liebend gern Teil einer 15-köpfigen Zoom-Geburtstagsparty, in der alle durcheinander quatschen und zwischendurch noch drei Kleinkinder in die Kamera gehalten werden? Immer lustig ist natürlich auch ein Administrator, der seine Macht derart unkoordiniert einsetzt, dass willkürlich Teilnehmer nur für ihre Ohren reden und sich dann wundern, warum ihnen keiner zugehört hat. Alles nicht so einfach eben im digitalen Raum, aber zurück zum Multitasking.

          So fleißig, belastbar und überhaupt wahnsinnig engagiert es auf manch einen wirkt, wenn der Kollege wieder fünf Sachen auf einmal abarbeitet. An sich wird ja aus gutem Grund stets abgeraten, diverse Dinge gleichzeitig zu erledigen. Lieber nacheinander, dafür richtig und fokussiert: Mit Trödelei muss das nichts zu tun haben, und der Aufgabe ist es ohnehin nur dienlich.

          Gleichwohl liegt ja schon in der Natur der Sache, dass sich im Homeoffice Arbeit und Privatleben womöglich nicht ganz so einfach trennen lassen. Erst recht, wenn noch Kinder betreut werden wollen. Ohne ein bisschen Multitasking geht da wenig – nur muss es ja nicht jeder mitbekommen. Und übrigens: Mittagessen einfach selbst machen, anstatt den armen Lieferando-Fahrer regelmäßig durch das fiese Januar-Wetter zu jagen – das muss einfach zwischendurch mal drin sein!

          In der Kolumne Nine to Five schreiben wechselnde Autoren über Kuriositäten aus dem Alltag in Büro und Hochschule.

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