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Im Karnevals-Zug : Heidewitzka, Herr Schaffner

„Die Fahrkarten bitte!“ - Das geht auch in der fröhlichen Variante. Bild: Picture-Alliance

Es gibt Kollegen, die haben dieses Immer-gute-Laune-Gen. Das macht den Alltag ein bisschen heller, besonders zu Karneval. Und sogar dann, wenn der Arbeitgeber Deutsche Bahn heißt. Die Kolumne „Nine to five“.

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          Für sie ist das Glas stets halbvoll, und auch sonst machen sie sich die Berufswelt so, wie sie ihnen gefällt. Dabei wirken diese Immer-gute-Laune-Kollegen mit Pippi-Langstrumpf-Gen auf andere höchst unterschiedlich: Den Pessimisten gehen sie gewaltig auf die Nerven, den Optimisten illuminieren sie die ohnehin hellen Arbeitstage.

          Ursula Kals
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          „Einen wunderschönen Tag wünsche ich! Ihnen eine schöne Fahrt. Wir haben jetzt zehn Minuten Verspätung, keine Sorge, die holen wir locker wieder rein. Sie erreichen Ihre Anschlüsse pünktlich. Und das Wetter, das lässt auch keine Wünsche offen.“ Die Stimmung ist prächtig auf der Fahrt Richtung Köln, der schwatzhafte Schaffner ist mit reichlich Heidewitzka-Humor gesegnet. Und Wetter ist halt immer ein Thema.

          Auch in der Regionalbahn von Ingolstadt nach München. Draußen kübelt es aus Eimern, den Fahrkartenkontrolleur lässt das kalt: „Einen guten Morgen wünsche ich bei diesem Sonnenschein unterwegs nach Monaco City!“ Wird ihm ein Ticket präsentiert, feiert er das euphorisch: „Sehr gut! Sehr gut! Danke, Ihren Fahrschein, sehr schön!“

          Ist der immer so?

          Manche verdrehen die Augen, andere schlummern weiter und mummeln sich tiefer in ihre Wintermäntel ein, die meisten lächeln, als sich der Gute-Laune-Bär wie angeknipst durch die Gänge pflügt und wahlweise „eine gute Reise“, einen „schönen Tag auch“, einen „angenehmen Aufenthalt in unserer schönen Stadt“ wünscht. Mehr Textbausteine hat er nicht im Gepäck. Angestachelt durch gelegentliche Lacher setzt er sein Entertainment fort. Passt in die Saison, der Rosenmontag naht.

          Neugierig folgen wir der bayrischen Frohnatur auf seinem persönlichen Faschingszug durch die Gänge. Das heitere Programm zieht er unerschrocken durch. Ist der immer so? Die Berufspendler schauen kurz von ihren Notebooks auf und nicken. Sogar am Montagmorgen, wenn sonst die Muffelquote immens ist.

          Auch im ICE Richtung Basel ist die Stimmung gut. „Sind das alle Ihre?“ fragt der Kontrolleur die beiden Lehrerinnen. „Hebt mal die Hand! Gute Klassenfahrt.“ Mitfahren wollte der Schwabe dann aber doch nicht. „Ne, das erspare ich mir.“ Alles egal. Hauptsache d’r Zoch kütt.

          In der Kolumne „Nine to five“ schreiben wöchentlich wechselnde Autoren über die Kuriositäten des Alltags in Beruf und Studium.

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