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Arbeitswelt : Papa im Dienstwagen

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Im Dienstwagen zur Arbeit. Bild: Picture-Alliance

Während die Kinder freitags für den Klimaschutz auf die Straße gehen, fahren die Eltern zur Arbeit – mit dem Dienstwagen. Aber wer hat eigentlich ein Dienstfahrzeug?

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          In Deutschland fahren zwölf Prozent der Beschäftigten einen Firmenwagen. Darunter deutlich mehr Männer als Frauen. Am weitesten verbreitet ist der Einsatz von Dienstfahrzeugen unter Vertriebsmitarbeitern. Die teuersten Wagen wiederum stellt die Automobilindustrie ihren Mitarbeitern zur Verfügung. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Analyse der Vergütungsberatung Compensation Partner. Diese hat Angaben über 181.924 Arbeitsverhältnisse von Beschäftigten im „Firmenwagenmonitor 2019“ zusammengefasst.

          Unter den im Vertrieb tätigen Fachkräften fahren danach über 20 Prozent einen Dienstwagen, bei den Technikern sind es 13 Prozent. Zehn Prozent der IT-Mitarbeiter sind ebenfalls mit einem Dienstfahrzeug unterwegs. Auch unter den Führungskräften liegt der Vertrieb vorne: rund 63 Prozent von ihnen sind im Besitz eines Dienstwagens. Bei Marketing- und PR-Chefs liegt der Anteil bei 50 Prozent, bei Führungskräften aus dem Bereich der Technik sind es 46 Prozent.

          Je nach Unternehmensgröße fällt die Menge an Firmenfahrzeugen zudem unterschiedlich aus. So liegt der Anteil in kleinen Betrieben mit bis zu fünf Mitarbeitern bei sechs Prozent. In mittelgroßen Unternehmen (zwischen 51 und 100 Mitarbeitern) fahren rund elf Prozent aller Angestellten einen Firmenwagen. In Großkonzernen mit mehr als 20.000 Angestellten sind es hingegen rund 16 Prozent.

          Der Chef im Porsche

          Der Branchenvergleich zeigt, dass die meisten Firmenwagen mit einem Anteil von mehr als 25 Prozent im Großhandel vertreten sind. Auf Platz zwei liegt die Konsum- und Gebrauchsgüterbranche mit 24 Prozent, dicht gefolgt vom Bauwesen, wo es 23 Prozent sind.

          Wenig überraschend ist die Verteilung der Fahrzeuge nach Bruttolistenpreis: die teuersten Dienstwagen fahren Beschäftigte der Automobilindustrie. Hier liegt der durchschnittliche Bruttolistenpreis bei 47.000 Euro. Deutlich günstiger unterwegs sind hingegen Mitarbeiter von sozialen Einrichtungen. Der Bruttolistenpreis ihrer Dienstfahrzeuge beträgt rund 23.700 Euro. Doch es gilt: je größer das Gehalt, desto höher auch der Wert des Firmenwagens. Beschäftigte mit einem Top-Gehalt fahren Porsche, BMW, Audi und Mercedes. In Gehaltsklassen ab 50.000 bis 60.000 Euro kommen dagegen unter anderem Kia, Mini, Opel und Toyota zum Einsatz. Zudem steigt der Analyse zufolge der Anteil von Firmenwagen mit der Höhe des Alters und der Berufserfahrung.

          Weniger Frauen mit Dienstwagen

          Auffällig ist, dass männliche Fachkräfte (zwölf Prozent) viermal so häufig einen Firmenwagen besitzen wie ihre Kolleginnen (3,5 Prozent). Unter den männlichen Führungskräften fährt fast die Hälfte einen Dienstwagen, bei den weiblichen sind es nur 29 Prozent.

          Nachhaltigkeit und Umweltschutz hin oder her: der Dienstwagen ist in der deutschen Arbeitskultur ein fester Bestandteil. Aber auch alternative Mobilitätskonzepte wie Carsharing-Modelle und E-Dienstwagen nehmen zu. Eltern können es ihren Kindern also gleichtun und ihren eigenen Teil zum Klimaschutz beitragen.

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