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Karrieresprungbrett : MBA im Mittelstand kein Fremdwort mehr

  • -Aktualisiert am

Kleinere Organisationen haben großen Raum für umfassend gebildete Praktiker Bild: schweitzer-degen

Neue Programme wappnen für eine Karriere im Mittelstand. Einige sind regional verankert, andere international ausgerichtet. Einen Mittelstandsbezug haben alle.

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          Spätestens seitdem Bachelor- und Master-Degrees das Diplom aus den Bewerbungsmappen verdrängen, ist auch der MBA im Mittelstand kein Fremdwort mehr. Ganz im Gegenteil ergab eine aktuelle Befragung des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. unter 680 Personalleitern, dass für eine Karriere im Top-Management von mittelständischen Unternehmen ein deutsches Hochschulstudium mit MBA-Studium das erfolgversprechendste Karrieresprungbrett ist. Fast gleichauf rangiert der ausländische Hochschulabschluss plus MBA. Deutlich weniger attraktiv gelten im Mittelstand der Hochschulabschluss mit Promotion im Ausland und der reine Hochschulabschluss im Ausland.

          Bei genauerem Hinsehen überraschen die Befragungsergebnisse wenig. Denn Führungskräfte im Mittelstand benötigen in den schlanken Strukturen breite und praktische Fachlichkeit, die sich mit persönlicher Führungskompetenz, Durchsetzungsvermögen sowie der Fähigkeit, das Potential in anderen zu entdecken und zu nutzen, paart.

          Exportunternehmen suchen internationale Qualifikation

          Je größer das mittelständische Unternehmen ist, desto mehr ist die MBA-Expertise gefragt. Bei einer Exportquote, die auch im hochspezialisierten Mittelstand häufig nicht unter 50 Prozent liegt, kommt ein hoher Bedarf an internationalen Qualifikationen hinzu. Die verspricht ein MBA-Programm mehr als jede andere Form der Weiterbildung.

          Umgekehrt gewinnt aber auch die mittelständische Wirtschaft zunehmend an Attraktivität für MBA-Absolventen. Denn diese suchen Aufgaben, in denen sie ihr MBA-Wissen nutzen können. Kleine, schnell agierende Organisationen haben noch großen Raum für den Einsatz von General-Management-Kompetenz. Dass damit die Zeiten, in denen nur Investmentbanken und internationale Unternehmensberatungen MBA-Absolventen rekrutieren, endgültig der Vergangenheit angehören, haben nun bereits schon seit einigen Jahren die Hochschulanbieter von MBA-Programmen erkannt. Die Anpassung des Angebots, das sich von spezialisierten Master-Programmen abkehrt und sich hin zu General-Management-Programmen, in denen soziale und persönliche Kompetenzen eine große Rolle spielen, wendet, ist die Folge. Einige dieser Programme bereiten dabei explizit auf die Chefrolle im mittelständischen Unternehmen vor.

          Programme oft berufsbegleitend

          Den speziellen Anforderungen der mittelständischen Wirtschaft in Betriebsführung, Marketing und Personalwesen wird der überwiegende Teil dieser Programme gerecht - durch ein effizientes Studienmodell: Fast alle Programme werden als Executive MBA, also berufsbegleitend, angeboten. Die Laufzeit des Studiums liegt bei maximal zwei Jahren, häufig auch deutlich darunter. Besonders mittelstandsrelevante Fächerkombinationen, die Führungs-, Kommunikations- und Cross-Culture-Aspekte deutlich akzentuieren, und mittelstandserfahrene Dozenten zeichnen ebenfalls die Angebote aus. Oft wird auch ein regionaler Bezug, etwa durch lokale Unternehmenskooperationen, in den Angeboten offenbar. Große Unterschiede finden sich hingegen in der internationalen Ausprägung der Programme und der Intensität der Partnerschaften.

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