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Karrierechance E-Sport : Spielen fürs täglich Brot

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Bilderbuchkarriere im E-Sport: Der Südkoreaner Lee Sang-hyeok, Spitzname „Faker“ gilt als weltbester „League of Legends“-Spieler. Bild: Ongamenet/Youtube

Elektronischer Sport ist längst mehr als ein Hobby: Immer häufiger wird der Leistungssport am Computer zur Karrierehoffnung. Aber kann man davon leben, wenn man nicht gerade Topstar wird?

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          Immer wieder muss Alexander Müller die Hoffnungen von Müttern und Vätern enttäuschen, die ihre Teenie-Sprösslinge gern auf den Weg zum großen Geld schicken würden. „Wir erleben heute häufig Eltern von 15-Jährigen, die fragen, ob ihr Kind bei uns eine Chance hat“, sagt Müller – und schüttelt den Kopf. „Das geht natürlich gar nicht.“ Denn Müller sucht nicht nach Jugendlichen, die zocken können und damit absahnen wollen – sondern nach jungen Erwachsenen mit genug Reife für ein hartes Geschäft. Doch die Phantasien wachsen mit der Wahrnehmung der Branche, in der Alexander Müller tätig ist: Er leitet in Köln das Unternehmen SK Gaming, einen Profisportklub für E-Sport, also Leistungssport am Computerbildschirm.

          Es dürfte sich herumgesprochen haben, dass junge Menschen mit dem Zocken am Computer Geld verdienen können. Zigtausende Zuschauer bejubeln die Stars bei League of Legends, Dota 2 und Counter Strike in den Arenen. Auf Online-Plattformen schauen Millionen auf der ganzen Welt zu – und die Preisgelder bei Turnieren gehen in die Hunderttausende Euro. Möglich wird all das durch Sponsorengelder, die bekannte Marken und Spezialunternehmen aus dem Gaming-Umfeld investieren. Im neuen Koalitionsvertrag erkennen Union und SPD die wachsende Bedeutung von E-Sport an. „Da E-Sport wichtige Fähigkeiten schult, die nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind“, beabsichtigen die Koalitionäre eine Anerkennung als ordentliche Sportart. Es geht nicht mehr nur um Hobby-Gedaddel mit ein paar Superstars an der Spitze – es entwickelt sich eine Milliardenindustrie, die neue Geschäftsmodelle entstehen lässt und jede Menge Stellen schafft. „Das ist ein Wachstumsphänomen“, analysiert Sascha Schmidt, Lehrstuhlinhaber vom Center for Sports and Management an der Wirtschaftshochschule WHU.

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