https://www.faz.net/-gyl-99s08

Karrierechance E-Sport : Spielen fürs täglich Brot

  • -Aktualisiert am

Bilderbuchkarriere im E-Sport: Der Südkoreaner Lee Sang-hyeok, Spitzname „Faker“ gilt als weltbester „League of Legends“-Spieler. Bild: Ongamenet/Youtube

Elektronischer Sport ist längst mehr als ein Hobby: Immer häufiger wird der Leistungssport am Computer zur Karrierehoffnung. Aber kann man davon leben, wenn man nicht gerade Topstar wird?

          7 Min.

          Immer wieder muss Alexander Müller die Hoffnungen von Müttern und Vätern enttäuschen, die ihre Teenie-Sprösslinge gern auf den Weg zum großen Geld schicken würden. „Wir erleben heute häufig Eltern von 15-Jährigen, die fragen, ob ihr Kind bei uns eine Chance hat“, sagt Müller – und schüttelt den Kopf. „Das geht natürlich gar nicht.“ Denn Müller sucht nicht nach Jugendlichen, die zocken können und damit absahnen wollen – sondern nach jungen Erwachsenen mit genug Reife für ein hartes Geschäft. Doch die Phantasien wachsen mit der Wahrnehmung der Branche, in der Alexander Müller tätig ist: Er leitet in Köln das Unternehmen SK Gaming, einen Profisportklub für E-Sport, also Leistungssport am Computerbildschirm.

          Es dürfte sich herumgesprochen haben, dass junge Menschen mit dem Zocken am Computer Geld verdienen können. Zigtausende Zuschauer bejubeln die Stars bei League of Legends, Dota 2 und Counter Strike in den Arenen. Auf Online-Plattformen schauen Millionen auf der ganzen Welt zu – und die Preisgelder bei Turnieren gehen in die Hunderttausende Euro. Möglich wird all das durch Sponsorengelder, die bekannte Marken und Spezialunternehmen aus dem Gaming-Umfeld investieren. Im neuen Koalitionsvertrag erkennen Union und SPD die wachsende Bedeutung von E-Sport an. „Da E-Sport wichtige Fähigkeiten schult, die nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind“, beabsichtigen die Koalitionäre eine Anerkennung als ordentliche Sportart. Es geht nicht mehr nur um Hobby-Gedaddel mit ein paar Superstars an der Spitze – es entwickelt sich eine Milliardenindustrie, die neue Geschäftsmodelle entstehen lässt und jede Menge Stellen schafft. „Das ist ein Wachstumsphänomen“, analysiert Sascha Schmidt, Lehrstuhlinhaber vom Center for Sports and Management an der Wirtschaftshochschule WHU.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. + F.A.S. – Adventsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Pisa-Ergebnisse : Lehrer leisten das Mögliche

          Wer sich nur auf die gestiegene Zahl der Spitzenleser in der Pisa-Studie konzentriert, der verkennt dramatische Defizite in der Lesekompetenz deutscher Schüler. Das Problem beginnt schon vor der Grundschulzeit. Ein Gastbeitrag.
          Allein geht es nicht: Der Rapper Kollegah kann sich forsche Töne leisten, weil er einen Beschützer hat.

          Familienclans und Rocker : Die „Rücken“ der Rapper

          Rapper in Deutschland haben oft mit kriminellen Milieus zu tun. Sie lassen sich von Rockern und Clans beschützen. Wenn die Hintermänner streiten, wird es gefährlich. Ein Einblick in die Welt von Kollegah, Capital Bra und Bushido.
          In anderer Rolle: Awo-Führungspersonal als Berater der Firma „Consowell“ auf der abgeschalteten Webseite.

          Aufsichtsrat als Minijobber : Fragwürdige Awo-Transaktionen

          Die Kreisverbände Wiesbaden und Frankfurt der Awo haben über das Unternehmen Somacon fragwürdige Transaktionen abgewickelt. In verantwortlichen Positionen: das Ehepaar Hannelore und Jürgen Richter.