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Erfolg im Job : „Weiblich bleiben, anstatt das Gehabe von Männern nachzumachen“

„Man muss als Frau in einem Männer-Team schon schauen: Wie sind die Spielregeln?“, sagt Martina Hofmann. Bild: Picture-Alliance

Drei Frauen sprechen darüber, wie weibliche Karrieren gelingen können, wann es womöglich nötig ist, nach männlichen Regeln zu spielen – und welche Fallstricke drohen.

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          Ich war schon immer eine Quotenfrau“, sagt Martina Hofmann. Die Elektrotechnik-Professorin der Hochschule Aalen findet das „gar nicht schlimm“. Sie engagiert sich im Branchenverband VDE für mehr Frauenkarrieren in der Männerdomäne; seit kurzer Zeit ist sie dort Vorsitzende des Ausschusses „Studium, Beruf und Gesellschaft“. Hofmann hat mannigfaltige Erfahrungen damit gemacht, die einzige Frau oder zumindest eine von wenigen Frauen zu sein. Schon im Studium 1992 ging das los. „Wir haben mit 400 Leuten angefangen, davon waren vielleicht 10 Frauen“, sagt sie. Im Hochschulumfeld sei das nie problematisch gewesen, in ihrer späteren Karriere, als sie in einem Siemens-Werk in Wien arbeitete, hingegen schon.

          Nadine Bös
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.
          Ursula Kals
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          „Da gab es zum Beispiel einen, der hat mich als Vorgesetzte nicht akzeptiert, hat mich regelrecht ignoriert. In Konferenzen hat er gepoltert und geschimpft. Ich habe es immer nur nett versucht, aber irgendwann habe ich ihn vor versammelter Mannschaft rund gemacht. Das hat gewirkt.“ Ihr Fazit: „Man muss als Frau in einem Männer-Team schon schauen: Wie sind die Spielregeln? Solange man sie nicht selber machen kann, muss man nach denen spielen, die da sind, und das sind dann halt oft männliche Regeln. Erst wenn man eine bestimmte Position erreicht hat, sollte man den Mut haben, die Spielregeln auch zu verändern.“

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