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Karriere bei der Bundeswehr : Dienstgrade und Besoldung

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Was ein Soldat verdient, hängt stark von seinem Dienstgrad und seinem Aufgabenfeld ab. Bild: dpa

Soldaten sind eher Beamte als Angestellte. Deshalb ist die Vergütung, die sie erhalten, auch mit dem Beamtensold vergleichbar - in manchen Punkten aber auch wieder nicht.

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          Dass die Bundeswehr „kein Arbeitgeber ist wie jeder andere“ - diesen Satz kann man bei den Streitkräften täglich hören. Er passt auf umständliche Dienstwege, auf Versetzungen ohne sichtbare Begründung, aber auch auf todernste Unterschiede wie den Einsatz des eigenen Lebens. Beim Blick auf das Personal bewahrheitet sich diese häufig zitierte Weisheit schon dadurch, dass jeder militärisch Beschäftigte den Dienstrang aller anderen - und damit das wichtigste Indiz für die Stellung innerhalb der Hierarchie dieses besonderen Betriebes - durch einen Blick auf die Schulterklappe erkennen kann.

          Auch steht der Soldat als staatlicher Bediensteter eher in einem Beamtenverhältnis zu seinem Arbeitgeber (auch wenn er befristet als Zeitsoldat tätig ist), als ein Angestellter zu sein. Seine Vergütung ist dadurch der Beamtenbesoldung vergleichbar - allerdings auch wieder verschieden davon. Zwar wird ein Hauptgefreiter in der Besoldungsgruppe A4 geführt (rund 2100 Euro brutto), ein Leutnant in A9 (knapp 2700 Euro) und ein Oberstleutnant, der in den meisten Fällen schon ein Berufssoldat in seiner Lebensmitte ist, erreicht die Gruppe A14 (knapp unter 5000 Euro).

          Ähnlich wie bei den Beamtenbezügen fallen für die soldatischen Besoldungen keine Rentenversicherungskosten an (ausscheidende Zeitsoldaten werden nachversichert), überdies entstehen jedoch auch keine Krankenversicherungskosten, weil die Soldaten durch die truppenmedizinischen Dienste, also die Sanitätsärzte der Bundeswehr, betreut werden. Weitere Unterschiede ergeben sich durch Zulagen und Zusatzqualifikationen: Die Zahl der Zulagen ist ähnlich unübersichtlich wie die Zahl der verschiedenen Funktionen, für die sie gewährt werden.

          Es gibt Zulagen für die Tätigkeit des „Spießes“, also des Kompaniefeldwebels, für Dienst an Sonn- und Feiertagen, für fliegendes Personal (Jetpiloten erhalten fast 1000 Euro im Monat zusätzlich), für Fallschirmspringer (115 Euro), Taucher, Sprengstoffentschärfer, für Bergführer und für die KSK-Soldaten, also die Mitglieder des Kommandos Spezialkräfte. Manche Soldaten, die während ihrer Dienstzeit solche besonderen Qualifikationen erwerben - wie Minentaucher oder Piloten -, können anschließend darauf ein ziviles Berufsleben gründen. Andere erwerben den Lastwagenführerschein oder einen Meisterbrief als Mechaniker, die zumindest ihre Chancen auf dem zivilen Arbeitsmarkt heben.

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