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Künstliche Intelligenz : Ersetzt von der Maschine

Schluss mit Monotonie? Künstliche Intelligenzen könnten viele Routinetätigkeiten übernehmen. Bild: dpa

Ein Viertel der Stellen in Deutschland gilt als leicht substituierbar durch Automatismen. Computer prüfen Rechnungen oder schreiben Texte. Wer muss jetzt Angst haben?

          7 Min.

          Es ist noch gar nicht so lange her, da hat Thomas Wild – ganz überspitzt gesagt – seine eigene Stelle zum Teil abgeschafft. Der 29 Jahre alte Versicherungskaufmann ist für die Versicherungskammer Bayern tätig, schon seit mehr als zehn Jahren. Bis vor kurzem prüfte er für den größten öffentlichen Versicherer Deutschlands Krankenhausrechnungen. Seine Arbeit war Teil eines mehrstufigen Verfahrens, in dem Auffälligkeiten in den Rechnungen gesucht wurden, zum Beispiel, ob ein Patient für eine leichte Verletzung sehr viele Tage im Krankenhaus lag. Möglicherweise falsch gestellte Rechnungen filterte Wild heraus und leitete sie an Kollegen mit medizinischem Sachverstand weiter, etwa an Codierfachkräfte, ehemalige Pflegekräfte oder Ärzte.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Heute erledigt eine Künstliche Intelligenz (KI) namens „Stars“ die Filtertätigkeit, die Thomas Wild früher von Hand machen musste. Ein Algorithmus nimmt sich die Krankenhausrechnungen vor und scannt sie nach beliebten Fehlern und Ungereimtheiten. Wenn „Stars“ fündig wird, reicht ein schneller Blick auf die Rechnung, und Thomas Wild kann dazu übergehen, das betroffene Krankenhaus zu kontaktieren und Behandlungsunterlagen zur weiteren Prüfung anzufordern. Mehr noch: In Fortbildungen lernt Wild gerade, auch die weiteren Prüfschritte selbst zu machen, die bislang nur dem medizinisch geschulten Personal vorbehalten waren.

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