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Junge Spanier in Deutschland : Es fehlen die Sprache, die Freunde - und Mamas Essen

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Macht eine Ausbildung zum Fassadenbauer: Der Spanier Manuel Froufe Bild: dpa

Mehr als die Hälfte der jungen Spanier zwischen 15 und 24 haben keine Arbeit. So mancher versucht sein Glück in Deutschland. Und ist hin- und hergerissen: Heimweh oder Arbeitslosigkeit - was ist das kleinere Übel?

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          Das Essen seiner Mutter ist das einzige, was Manuel Froufe in Deutschland so richtig vermisst. „Ich denke nicht daran, zurückzukehren. Ich denke nicht an Spanien, schon gar nicht an die Arbeit dort“, sagt der 26-Jährige. Seit Juni 2013 lebt Froufe in Heidelberg. Dort macht er eine Ausbildung bei einer Fassadenbaufirma, obwohl er in seiner Heimat Spanien schon fast 10 Jahre lang auf dem Bau gearbeitet hat. In Festanstellung? Fehlanzeige. Froufe schlug sich mit kurzfristigen Jobs herum, dann wurde er arbeitslos.

          26 Prozent der Spanier im erwerbsfähigen Alter haben derzeit keine Arbeit, bei den 15- bis 24-Jährigen sind es ohne Studenten und Schüler sogar 54,6 Prozent. Einige von ihnen hoffen auf eine Zukunft hierzulande: Bis Ende 2013 kamen mehr als 188 Spanier allein nach Baden-Württemberg, um eine Ausbildung zu machen. Denn während die Südeuropäer mit der Arbeitslosigkeit kämpfen, fehlen in Deutschland Fachkräfte. Auch auf der bis Samstag laufenden Didacta, der größten Bildungsmesse Europas, sind die jungen ausländischen Fachkräfte Thema.

          Die Bundesagentur für Arbeit und die Bundesregierung starteten Anfang 2013 das Förderprogramm „The Job of My Life“. Im Laufe des Jahres wurde mehr als 400 jungen Menschen aus EU-Ländern ein Ausbildungsplatz in Deutschland vermittelt. Das Programm soll bis 2018 laufen. „Immer mehr Unternehmen sind interessiert daran“, sagt Beate Raabe von der Arbeitsagentur. So planen auch Südwestmetall und die Handwerkskammern in Freiburg und Konstanz, europäischen Jugendlichen Ausbildungsplätze zu vermitteln. Auch Bosch wirbt Südeuropäer an, die im September ihre Ausbildung beginnen sollen.

          Kündigen oder erkundigen - kleine Sprachmissverständnisse im Alltag

          Pablo Díaz profitiert ebenfalls von dem Interesse der Unternehmen an ausländischen Fachkräften: Er arbeitet mit Manuel Froufe in dem Heidelberger Betrieb. Die beiden Spanier lernten sich beim Intensivsprachkurs in der Heimat kennen, jetzt teilen sie eine Wohnung. „Wir sprechen viel Spanisch zusammen, aber unser Deutsch wird besser“, erzählt der 25-Jährige. Wenn es trotz des Sprachkurses doch mal zu einem Missverständnis kommt, sorgt das im Betrieb für Heiterkeit. „Ein Kollege dachte, dass ich kündigen wollte“, sagt Froufe. Dabei habe er sich nur „erkundigen“ wollen. Díaz lacht.

          Raúl González Gómez wirkt nachdenklich, als er von seiner Heimat erzählt. Der 24-Jährige kommt aus Sevilla, wo er eine Ausbildung machte. „Man findet Arbeit in Spanien, aber von der Bezahlung kann niemand leben“, erzählt er. Vor eineinhalb Jahren stellte ihn ein Sanitär- und Heizungsbetrieb in Reichenbach an der Fils als Mitarbeiter an. „Ich hatte Glück, aber ewig werde ich hier nicht bleiben.“ Zu sehr fehlten die vertraute Sprache, die Freunde, die Familie.

          Ähnlich ging es Azubis in Ulm, die die Handwerkskammer im vergangenen Sommer an Betriebe in der Region vermittelt hatte. Von neun Spaniern seien nur vier geblieben. „Viele sind aus familiären Gründen zurückgegangen, andere hatten gehofft, dass Freund oder Freundin nachziehen können“, berichtet Jörg Schmieder, der das Projekt an der Ulmer Kammer koordiniert. Die Betriebe jedenfalls bräuchten die jungen Europäer nach wie vor: Für den kommenden Ausbildungsjahrgang hätten rund 50 Betriebe Interesse an 100 Azubis angemeldet.

          Manuel Froufe und Pablo Díaz sind skeptisch hinsichtlich einer Zukunft in ihrer Heimat. „Erstmal wird sich dort nichts ändern. Kein Wunder, dass so viele gehen wollen“, meint Díaz. „Dass so viele unser Land verlassen, nennen die Spanier „fuga de cerebros“ - die Flucht der Gehirne“, sagt Froufe. „Ob die Bezeichnung passt, keine Ahnung. Wir jedenfalls sind gegangen, weil wir Leute sind, die arbeiten wollen.“

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